Toyota-Manager Tokuichi Uranishi im Gespräch
„Europa ist unser Dojo“

Das Handelsblatt sprach mit Tokuichi Uranishi, der im Toyota-Board zuständig für den europäischen Markt ist, über die Strategie der Japaner und wie BMW und Mercedes Kunden abgerungen werden sollen.

Toyota hat 2004 seinen Absatz in Europa um gut sieben Prozent gesteigert. Wie lange können sie solche Wachstumsraten halten?

Wir wollen bis 2010 ein Wachstum zwischen acht und zehn Prozent halten und die Marke von 1,2 Millionen Fahrzeuge erreichen, davon 65 000 der Marke Lexus. Das heißt Verdrängungswettbewerb.

Bisher hat ihre Luxusmarke Lexus mit 25 000 abgesetzten Fahrzeugen in Europa nicht überzeugt. Wie wollen sie die Käufer von BMW und Mercedes bekommen?

Wir wollen Lexus in Europa als feste Marke etablieren. Dazu werden wir das Produkt mehr an den europäischen Geschmack anpassen, von härteren Sitzen über Federung, Motorenstärke bis zum Styling. Bisher war Lexus auf den US-Markt ausgerichtet, ab jetzt soll Lexus als globale Premiummarke wachsen. Da sind unsere Konkurrenten deutsche Autos. Deshalb müssen wir in Europa unsere Marke etablieren. Dafür nehmen wir auch Geld in die Hand, um Vertrieb und Service zu stärken.

Lange hat sich Toyota wie auch andere japanische Hersteller in Europa viel schwerer getan als in den USA.

In den USA, wo die Big Three auf große Wagen gesetzt hatten, waren japanische Hersteller mit kleinen Autos, guter Qualität und geringem Benzinverbrauch gleich zu Beginn unter jungen Leuten mit relativ hohen Einkommen als Importauto beliebt. In Europa hingegen waren die vielen europäischen Autobauer stark, setzten auch auf kleine, effiziente Autos. Da mussten die Kunden sich vor 20, 30 Jahren fast eine Entschuldigung suchen, wenn sie ein japanisches Auto fuhren. Die war meistens, dass diese günstig waren. Europa ist der schwierigste Markt für uns. Aber gerade deshalb müssen Toyota und Lexus hier wachsen. Europa ist so gesehen unser Dojo, die Trainingshalle, in der wir uns für den Kampf fit machen.

Unter anderem haben Sie mittlerweile eigene Dieselmotoren. Was hat sich außerdem geändert?

Die japanischen Autos haben beim Design und bei der Effizienz auf Langstrecken, wo es hieß, sie seien einen Schritt hinter den Europäern zurück, ziemlich zugelegt. Zudem hat Toyota wegen der Importbeschränkungen vor gut zehn Jahren mit der Produktion in Europa angefangen. 1992 in Großbritannien, 2001 in Frankreich, 2002 in der Türkei. Nun kommt Ende Mai das Gemeinschaftswerk mit PSA in der Tschechei. Dadurch rückt unsere japanische Marke, die sich früher so weit entfernt angefühlt hat, für die Käufer näher.

Entspricht das Markenimage Toyotas in Europa dem, was Sie sich vorstellen?

Es hat sich verbessert. Toyota wird in Europa nun auch wegen seines Designs akzeptiert. Der neue Corolla etwa. Zudem setzen wir auf Sicherheit und Umwelt. Aber die Konkurrenz ist auch besser geworden. Wir müssen noch ein bisschen emotionaler werden, haben noch ein etwas konservatives Image.

Die Fragen stellte Nicole Bastian.

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