Toyota Motor Company
Streben nach Perfektion

Vor 70 Jahren revolutionierte Kiichiro Toyoda mit der „Just-in-Time-Produktion“ die Automobilbranche und gründete ein Unternehmen, das Maßstäbe setzt: die Toyota Motor Company. Heute ist der Konzern der weltweit größte Autobauer – niemand baut zuverlässigere Autos, niemand produziert effizienter. Eine Erfolgsgeschichte.

TOKIO. Die Revolution beginnt still und unauffällig – mit kleinen, schmalen Papierstreifen, die Fabrikarbeiter von einer Abteilung zur nächsten schicken. Sobald ein Monteur alle Autoteile, die an seinem Arbeitsplatz liegen, eingebaut hat, füllt er einen solchen Zettel aus und bestellt neue Komponenten – etwa zehn Kolben. Boten bringen den Papierstreifen in die Abteilung, die Löcher in die Kolben bohrt und sie damit für den Einbau vorbereitet. Wenn hier das Material knapp wird, bekommt die Schleiferei eine Bestellung. Die wiederum schickt einen Boten mit kleinen Papierstreifen in die Gießerei. Auch sie liefert im Lauf des Tages nur so viel Nachschub, wie die Fabrik gerade braucht. Große und teure Materiallager werden damit völlig überflüssig.

„Just-in-Time-Produktion“ heißt das Prinzip und ist heute selbstverständlich nicht nur in der Autoindustrie. Erfunden hat es der Japaner Kiichiro Toyoda bereits Ende der 30er-Jahre, der seine Idee mit Hilfe von Zetteln in die Tat umsetzt. Damit legt er den Grundstein für den erfolgreichsten Autokonzern der Welt: Toyota. Und er startet „die zweite Revolution in der Automobilbranche“, wie Harvard-Forscher Jahrzehnte später schreiben. Für die erste Revolution hatte Henry Ford mit dem Einsatz des Fließbands gesorgt.

Seine wegweisenden Vorstellungen, wie eine effiziente Autoproduktion auszusehen hat, verwirklicht Kiichiro Toyoda vor genau 70 Jahren. Anfang November 1937 weiht der damals 43-jährige Sohn eines Webstuhlfabrikanten in Koromo, einer kleinen Stadt westlich von Tokio, die erste Toyota-Autofabrik ein. Seitdem ist aus Koromo Toyota-City geworden, aus einer Fabrik wurden 78 Produktionsstandorte weltweit und aus einem kleinen unbekannten Unternehmen der Autokonzern, der in der Branche als Maß der Dinge gilt.

An der Börse ist Toyota mehr wert als mehrere bekannte Konkurrenten zusammen. Niemand baut zuverlässigere Autos, niemand produziert effizienter, niemand arbeitet profitabler. Und da alle so werden wollen wie Toyota, ist sogar ein eigener Wirtschaftszweig entstanden. Dieser erklärt Unternehmen, wie sie die Toyota-Produktionsprinzipien für sich nutzen können – allen voran das „Kaizen“, die Kunst der ständigen Verbesserung.

„Die Nachfrage hat sich seit dem vergangenen Jahr noch einmal verdoppelt“, sagt Roman Ditzer von der auf Kaizen spezialisierten Judit-Unternehmensberatung, die große Autohersteller zu ihren Kunden zählt. Dazu hat wohl auch die Nachricht beigetragen, dass Toyota dieses Jahr voraussichtlich so viele Autos herstellen will wie sonst keiner in der Branche und damit General Motors von dieser Position verdrängen wird.

Seite 1:

Streben nach Perfektion

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Seite 5:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%