Toyota Paroli bieten
Porsche hat große Pläne mit VW

Alleine durch die Kurssteigerungen der vergangenen Monate hat sich das Engament Porsches beim VW-Konzern schon gerechnet. Doch das war nicht Sinn und Zweck der Aktion. Porsche will einen Konzern formen, der dem japanischen Vorzeigeautobauer Toyota das Wasser reichen kann – und damit letztlich auch das Überleben des Stuttgarter Autobauers selbst sichert.

HB STUTTGART. Der Stuttgarter Sportwagenbauer hat bisher unter Einbeziehung von Sicherungsgeschäften mehr als 4 Mrd. Euro in Volkswagen investiert. Dies gab Unternehmens-Chef Wendelin Wiedeking am Mittwoch in Stuttgart bekannt. Durch Kurssteigerungen ist das Investment mittlerweile 1 Mrd. Euro mehr wert.

Doch es ist in erster Linie nicht der Wertzuwachs, den Wiedeking mit seinem Engagemen bezweckt hat: „Porsche ist mit dem Einstieg bei VW ein anderes Unternehmen geworden. Wir sind aus unserer warmen Kuschelecke herausgekrochen und stellen uns jetzt bewusst den Spielregeln einer anderen Liga.“

Wiedeking sieht bei Volkswagen ein großes Potenzial: „VW hat die Riesenchance, Toyota Paroli zu bieten.“ Wenn jemand dem japanischen Vorzeige-Automobilhersteller das Wasser reichen könne, dann VW. Er begründete dies mit der weltweiten Aufstellung und der Reputation rund um den Globus. Auch Porsche werde davon profitieren, sagte Wiedeking: „Wir werden mit Volkswagen unsere Zukunft sichern“. Die Zusammenarbeit entwickle sich sehr gut.

Eine komplette Übernahme von Volkswagen steht für den Sportwagenbauer nach Aussage Wiedekings aber nicht auf der Tagesordnung. Branchenkreise hatten über entsprechende Pläne berichtet. Auch eine Zerschlagung des VW-Konzerns und eine Übernahme der VW-Tochter Audi durch Porsche schloss er aus. Audi sei fest in die Synergien des VW-Konzerns integriert. „Diese Synergien aufzugeben, macht überhaupt keinen Sinn.“ Porsche hält 27,4 Prozent an Europas größtem Autobauer und will diesen Anteil bis auf 29,9 Prozent der Stimmrechte aufstocken. Ab 30 Prozent wäre ein Pflichtangebot für die restlichen Anteile fällig.

Mehr Macht bekämen die Stuttgarter durch weitere Anteilskäufe ohnhein nicht. Dafür sorgt das VW-Gesetz. Es räumt dem Land Niedersachsen überproportionalen Einfluss ein. Kein Aktionär kann mehr als 20 Prozent der Stimmrechte ausüben, unabhängig davon, wie viele Anteile er am Unternehmen hält. Wiedeking setzt aber darauf, dass die EU das VW-Gesetz in absehbarer Zeit kippt. „Es kann nicht sein, dass ein Aktionär wie das Land Niedersachsen ohne Wahl Plätze im Aufsichtsrat besetzen kann. Auch diese Damen und Herren müssen sich dem Votum der Aktionäre stellen.“

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