Traditionsautobauer Borgward versucht Neustart mit Ex-Daimler-Manager

Mehr als fünfzig Jahre war die einstige Automarke Borgward tot. Jetzt kehrt der 1939 gegründete Traditionshersteller zurück. Der Enkel des Firmengründers Carl Borgward setzt auf Kompetenz der Konkurrenz.
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Vor über 50 Jahren ging der Stuttgarter Hersteller pleite. Jetzt kehrt er zurück – mit Ulrich Walker an der Spitze. Quelle: dpa
Rückkehr einer Traditionsmarke

Vor über 50 Jahren ging der Stuttgarter Hersteller pleite. Jetzt kehrt er zurück – mit Ulrich Walker an der Spitze.

(Foto: dpa)

StuttgartMehr als ein halbes Jahrhundert nach der Pleite des Autobauers Borgward bekommt das Unternehmen wieder einen Chef: Vorstandsvorsitzender des legendären Autobauers wird der ehemalige Daimler-Manager Ulrich Walker, wie Borgward mitteilte.

Walker, ehemaliger Chef von Daimler in China, habe einen umfassenden industriellen Hintergrund und breite Kenntnisse des Premium-Automobilsektors in Deutschland, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende der Borgward Gruppe, Christian Borgward, am Donnerstag in Stuttgart.

Beim Genfer Autosalon im März hatte der Hersteller angekündigt, nach mehr als 50 Jahren in den Kreis der Autobauer zurückzukehren. Der damals in Bremen produzierende Autobauer ging 1961 pleite. Künftig soll der neue Hauptsitz von Borgward in Stuttgart sein.

Die Kult-Autos der Deutschen
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Kaum zu glauben, aber amtlich: Zur ersten Nachkriegs-Automobilmesse in Frankfurt kamen 1951 kaum vorstellbare 570.000 Besucher. Meist mit Bahn und Bus, denn Autos besaßen nur wenige. Doch das sollte sich bald ändern. Natürlich hatte es schon einige volkstümliche Automobile in den 20er und 30er Jahren gegeben, Dixie oder das "Kommissbrot" von Hanomag. Aber das Autofahren blieb, schon aus finanziellen Gründen, zunächst einer kleinen Bevölkerungsschicht vorbehalten ...

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BMW-Isetta, im Volksmund auch "Knutschkugel" genannt: Charakteristisch für das kleine Auto, das auch in Nachkriegszeit erschwinglich war, ist der Einstieg durch die nach vorne zu öffnende Tür. Aber wehe, man wurde zugeparkt ...

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Auch der Messerschmitt-Kabinenroller, hier ein Baujahr 1959, zählt zu den ganz typischen deutschen Kleinstwagenvertretern, die dem Fahrer einen eigenwilligen Einstiegsakt abnötigten. In diesem Fall von oben ins Auto hinein ...

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Vor dem Zweiten Weltkrieg war die Auto Union einer der größten Autohersteller Deutschlands. Sie entstand 1932, als sich die Marken Horch, Audi, DKW und Wanderer zusammenschlossen. Das Audi-Markenzeichen erinnert bis heute an den Zusammenschluss, die vier Ringe sollten den Zusammenhalt der Gründerfirmen symbolisieren. Nach der Übernahme durch Volkswagen verschwanden die Namen DKW und Auto Union auf den Fahrzeugen ... Foto: Auto Union 1000 S Coupé von 1961

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... Ein automobiler Massenmarkt entwickelte sich in Deutschland erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Als es wieder Arbeit gab, der Hunger fast vergessen war und der Gürtel ein Loch weiter geschnallt werden musste, da kam 1950 aus Wolfsburg der Volkswagen. Und er lief und lief und lief, wie es die Werbung versprach ... Foto: Blick in Fabrikhalle von Volkswagen in Wolfsburg am 16. Juni 1954

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Über 21,5 Millionen mal wurde das Auto gebaut, das erst später, vermutlich zuerst in den USA, Käfer (engl. "Beetle") genannt wurde.

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Brenner und Gotthard waren in diesen Jahren keine unüberwindbaren Hindernisse mehr, per Käfer oder Opel wurden sie bezwungen und die Reisewelle gen Italien rollte. Und schnell wurde das Auto sprichwörtlich "der Deutschen liebstes Kind" ...

Christian Borgward ist der Enkel des Firmengründers Carl F.W. Borgward. Der Firmengründer gilt bis heute als genialer Konstrukteur. Er brachte zunächst kleine Autos wie den Lloyd LP 300 mit Sperrholzkarosserie auf den Markt, später waren es Oberklassewagen wie der Hansa 2400. Im Rampenlicht stand besonders das Modell Isabella, das als Vorzeigestück deutschen Automobildesigns gilt.

Der neue Vorstandschef Walker betonte am Donnerstag: „Natürlich haben wir einen weiten Weg vor uns. Wir haben aber ein solides Fundament, einen starken finanziellen Hintergrund und eine klare Vision und Strategie.“

Walker hatte in Stuttgart Maschinenbau studiert und war später unter anderem im Vorstand von Mitsubishi und Chef der Daimler-Tochter Smart. Von 2006 bis 2013 war er für Daimler in China, Taiwan und Korea zuständig.

  • dpa
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