Traditionsfirma geht für 1,7 Milliarden Dollar an Macquarie Bank und Orica
Australische Investoren spalten Sprengstoffkonzern Dyno Nobel auf

Zwei australische Unternehmen kaufen den traditionellen norwegischen Sprengstoffhersteller Dyno Nobel. Die größte Bank des Landes, Macquarie, zahlt für den Konzern 1,7 Mrd. Dollar und wird die Töchter von Dyno Nobel an die australische Orica Ltd. weitergeben.

HB SYDNEY. Orica zahlt dafür 685 Mill. Dollar. Das australische und amerikanische Geschäft von Dyno Nobel verbleibt bei der Investmentbank. Es wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2006 an die Börse gebracht werden. Verkäufer von Dyno Nobel ist die schwedische Buyoutgesellschaft Industri Kapital AB.

„Auf den ersten Blick sieht es nach einer guten Akquisition aus“, sagte Paul Xiradis, Vermögensverwalter bei Ausbil Dexia Ltd. in Sydney. „Normalerweise sind mit solchen Transaktionen auch Kosteneinsparungen verbunden.“ Die Wurzeln von Dyno Nobel gehen zurück auf Dynamit Nobel, ein Unternehmen, das Alfred Nobel, der Erfinder des Dynamits 1865 gründete. Nach ihm wurde auch der Nobelpreis benannt. Der Sprengstoffhersteller ist in Oslo beheimatet und hat 5 800 Mitarbeiter in 36 Ländern. Der Jahresumsatz beträgt 1,4 Mrd. Dollar.

Orica, mit Sitz in Melbourne, sichert sich mit dem Kauf nicht nur 25 Prozent des 7,6 Mrd. Dollar schweren Sprengstoffmarkts, sondern auch Neugeschäft in Osteuropa, Asien und Lateinamerika. Im Geschäftsjahr bis Juni 2005 kamen diese Sparten auf ein Ebitda von 81 Mill. australische Dollar (51 Mill. Euro) bei einem Umsatz von 533 Mill. australische Dollar.

„Wir sind bereits ein großes und international tätiges Unternehmen, und mit der Transaktion jetzt weiten wir die globale Abdeckung aus“, sagte Graeme Liebelt, Vorstandsvorsitzender von Orica. „Auf so eine Gelegenheit haben wir schon lange gewartet.“ Die Orica-Aktie war am Montag vom Handel ausgesetzt. Am Freitag hatte sie bei 20,90 australische Dollar ein Prozent leichter geschlossen. Standard & Poor's hat den Bonitätsausblick für die mit "BBB+" eingestuften Verbindlichkeiten auf „negativ“ gesenkt. Die Hauptrisiken sieht die Ratingagentur in der Integration des Neugeschäfts und in den geplanten Einsparungen von jährlich 90 Mill. australische Dollar.

Orica wird den Kauf mit einer Aktienemission im Wert von 450 Mill. australische Dollar und einer Schuldverschreibung im Volumen von 400 Mill. australische Dollar finanzieren. Macquarie steuert 75 Mill. Dollar zum Kapital der Gruppe von 350 Mill. Dollar bei, der Rest wird über Kredite von BOS International (Australia) Ltd., National Australia Bank Ltd. und Royal Bank of Scotland Australia finanziert.

Industri Kapital AB, eine Buyout-Gesellschaft mit Sitz in Stockholm, hatte Dyno Nobel vor fünf Jahren für 5,3 Mrd. Kronen (568 Mill. Euro) erworben und sich seitdem auf das Sprengstoffgeschäft konzentriert. Die Chemie- und Biotechsparten waren verkauft worden.

Macquarie ist auf Akquisitionskurs: In den letzten sechs Monaten hat die Bank in Europa für rund 2,7 Mrd. Dollar Firmen eingekauft, darunter die BBC Broadcast und die YBR Group.

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