Traditionsmarke
Bosch verkauft Blaupunkt

Bosch verkauft ihr unter Blaupunkt am Markt auftretendes Handels- und Komponentengeschäft aus dem Geschäftsbereich Car Multimedia. Entsprechende Verträge seien von beiden Unternehmen unterzeichnet worde. Über den Kaufpreis hätten beide Parteien Stillschweigen vereinbart.

HB STUTTGART. Autoradios, -antennen und Navigationsgeräte der Marke Blaupunkt kommen künftig nicht mehr von Bosch. Der weltgrößte Autozulieferer verkaufte die bekannte, aber defizitäre Marke für einen nicht genannten Betrag an den Münchener Finanzinvestor Aurelius, wie dieser am Donnerstag mitteilte. Die auf Firmen-Sanierungen spezialisierte Aurelius, die mit dem Kauf des norddeutschen Apfelkorn-Brenners Berentzen bekannt geworden war, übernimmt rund 1800 der 8500 Mitarbeiter der Bosch-Sparte, davon 300 in Hildesheim. Gemessen an der Zahl der Beschäftigten ist es die größte Übernahme für den Investor.

Bosch will mit den direkt, etwa in Elektronikmärkten, an die Verbraucher verkauften Geräten in diesem Jahr rund 200 Mio. Euro umsetzen, das sind 15 Prozent des Umsatzes von Bosch Car Multimedia. "Wir gehen davon aus, dass es zwei bis drei Jahre dauert, bis das Geschäft schwarze Zahlen schreibt", sagte ein Sprecher von Aurelius. Das Geschäft mit Lautsprechern oder Hifi-Anlagen für das Auto stehe unter großem Konkurrenzdruck.

Nicht von der Übernahme betroffen ist die Erstausrüstung von Neuwagen mit Autoradios und ähnlichen Komponenten, für das Bosch mit fast allen namhaften Autoherstellern Verträge hat und das den Löwenanteil des Bereichsumsatzes ausmacht. Blaupunkt hatte im Mai eine Neuausrichtung der Sparte angekündigt. Bosch wolle sich auf das Geschäft mit integrierten Systemen konzentrieren. "Die veräußerten Bereiche tragen dazu kaum bei, daher haben wir einen Partner gesucht", sagte Spartenchef Uwe Thomas.

Mit der Marke übernimmt Aurelius das Lautsprecher-Werk im tunesischen Beni Khalled sowie Teile von Fabriken in Malaysia und Portugal.

Außerdem verstärkt Bosch sein Geschäft mit Werkzeugzubehör und Thermotechnik durch zwei Zukäufe. Bosch übernehme von der italienischen Freud-Gruppe das Geschäft mit Elektrowerkzeugzubehör, teilte Bosch am Donnerstag mit. Dazu gehörten vier Produktionsstandorte nahe der norditalienischen Stadt Udine sowie Vertriebsgesellschaften in Nordamerika, China, Italien und Großbritannien. Mit dem Kauf ergänze Bosch seine Produktpalette vor allem bei Kreissägeblättern und Holzfräsern, hieß es. Freud habe in dem Bereich mit 580 Mitarbeitern 2007 einen Umsatz von 100 Mio. Euro erwirtschaftet.

Über finanzielle Einzelheiten sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte Bosch mit. Das gelte auch für den zweiten Zukauf, die Übernahme des belgischen Vertriebspartners für Thermotechnik-Produkte der Heizungs-Marke Junkers. Bosch kaufe die Servico NV vom Industriezulieferer Kendrion. Diese beschäftige 85 Mitarbeiter und erziele einen Jahresumsatz von 28 Mio. Euro. Die vor allem für Buderus-Heizanlagen bekannte Bosch Thermotechnik verbuchte 2007 einen Umsatz von 2,8 Mrd. Euro.

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