Traditionsreiche Kältetechnik ausgegliedert: Linde-Chef stellt Weichen für die Zukunft

Traditionsreiche Kältetechnik ausgegliedert
Linde-Chef stellt Weichen für die Zukunft

Der Wiesbadener Gase- und Gabelstaplerspezialist Linde hat seinen Geschäftsbereich Kältetechnik ausgegliedert. Damit hat Linde-Chef Wolfgang Reitzle zum Jahresbeginn erste Weichen für die Zukunft des Geschäfts gestellt.

HB FRANKFURT. Nach der bereits angekündigten rechtlichen Verselbstständigung werde nun in den nächsten anderthalb Jahren entschieden, ob das Geschäft mit Kühlgeräten im Konzern bleibt.

Der Wiesbadener Industriegase- und Gabelstaplerkonzern teilte am Freitag mit, zum Januar 2004 wie geplant den Geschäftsbereich Kältetechnik in die neue Gesellschaft „Linde Kältetechnik GmbH & Co. KG“ mit Sitz in Köln-Sürth überführt zu haben. Für die Sparte seien aber weiterhin alle Optionen wie Weiterführung, Einbringung in ein Joint Venture oder ein Verkauf offen, sagte ein Linde-Sprecher. „Eine Entscheidung soll in den nächsten anderthalb Jahren getroffen werden.“

Analysten sprachen von einem positiven Schritt, der allerdings erwartet wurde. „Das ist ein positives Signal aber keine Überraschung“, kommentierte Richard Schramm von HSBC Trinkaus & Burkhardt. „Für Linde ist es sicherlich einfacher eine Lösung für den Bereich zu finden, wenn er rechtlich selbstständig ist“. Am Markt werde es begrüßt, wenn es Linde gelänge, sein Portfolio zu verschlanken. Die Linde-Aktie verlor an der Börse 0,25 % auf 43,45 €, während der Deutsche Aktienindex stagnierte.

Die neue Gesellschaft ist nach Linde-Angaben mit rund 900 Mill. € Umsatz und 6300 Mitarbeitern die weltweite Nummer zwei für gewerbliche Kühlgeräte. Das Geschäft mit Kühltheken für die Lebensmittelbranche ist die kleinste Sparte des Konzerns - allerdings mit großer Tradition. Im Jahr 1879 war Linde als „Gesellschaft für Linde's Eismaschinen“ in der Form einer Aktiengesellschaft gegründet worden.

Linde sieht durch die rechtliche Selbstständigkeit zusätzliche Geschäftschancen. „Mit möglichen Kooperationspartnern können wir so unseren Kunden künftig ein noch breiteres Serviceangebot weltweit bieten“, erläuterte Kältetechnik-Vorstand Hubertus Krossa. Zuletzt hatte Linde in dem Geschäftsbereich etwa 30 Mill. € in Informationstechnik investiert, um Fertigung und Auftragsabwicklung an verschiedenen Standorten zu verbessern.

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