Transaktionswert von bis zu drei Milliarden Dollar
Shell und Bechtel prüfen InterGen-Verkauf

Royal Dutch/Shell und der US-Konzern Bechtel prüfen den Verkauf ihres Gemeinschaftsunternehmens InterGen. Die 1995 gegründete InterGen betreibt weltweit 20 Kraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 16.200 Megawatt, was rund einem Fünftel der gesamten Kapazitäten in Großbritannien entspricht.

HB SINGAPUR/LONDON. „Nach einer Bewertung durch unseren Finanzberater Citigroup haben Shell und Bechtel beschlossen, einen möglichen Verkauf von InterGen zu prüfen“, sagte ein Sprecher von Shell. Der Prozess stehe aber am Anfang, ergänzte er. Es gebe keine Garantie für einen Verkauf. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters aus mit der Situation vertrauten Kreisen erfahren, dass Shell bereits mit der Auktion seines Mehrheitsanteils von 68 Prozent an dem Kraftwerksbetreiber begonnen habe. Der Wert der Transaktion wurde in den Kreisen auf bis zu drei Milliarden Dollar, inklusive Verbindlichkeiten, geschätzt.

Kreise: Kein Verkauf in Teilen geplant

Der Verkauf wäre für Shell Teil der Neuordnung seiner Geschäfte, mit der sich der Konzern auf die Ölproduktion und -förderung konzentrieren will. Damit könnte Shell auch seine Profitabilität verbessern, da InterGen im Vergleich zu den Kerngeschäften Öl und Gas nur geringe Gewinne erzielt.

Nach Informationen aus dem Umfeld der Transaktion hieß es, Shell und Bechtel wollten InterGen nicht in Teilen, sondern als Ganzes verkaufen. Dies gehe aus einem den Investmentbanken vorgelegten Schreiben der Eigentümer hervor.

Bankenkreise rechnen damit, dass erste Gebote von Interessenten wegen der vielen verschiedenen Typen von Kraftwerken des Gemeinschaftsunternehmens noch auf sich warten lassen werden. Unklar sei auch der genaue Wert der Vermögenswerte Intergens, da die Shell-Anteile im Konzern mit Erdgas-Aktivitäten zusammengelegt sind, und der US-Baukonzern Bechtel sich in Privatbesitz befindet.

Im September hatten Banker den Wert InterGens einschließlich Verbindlichkeiten im September noch auf rund sechs Milliarden Dollar geschätzt. Vor vier Jahren hatte Shell geplant, InterGen an die Börse zu bringen, nachdem der Ölkonzern weitere Kraftwerksgeschäfte in das Gemeinschaftsunternehmen einbrachte und seinen Anteil erhöhte. Die Energiekrise in Kalifornien, der Zusammenbruch des Energiehändlers Enron und rückläufige Strompreise in mehreren Ländern hatten diesen Schritt aber vereitelt.

Mit einem Verkauf würden Shell nun Mittel zur Finanzierung der drängenden Suche nach neuen Öl- und Gasreserven zukommen. Anfang Januar hatte der Konzern seine Aktionäre geschockt, als es den Bestand seiner als gesichert geltenden Ölreserven um ein Fünftel nach unten revidiert hatte. Konzernchef Phil Watts war daraufhin zurückgetreten. Royal Dutch/Shell gehört zu 60 Prozent der Royal Dutch Petroleum Co of the Netherlands und zu 40 Prozent der Shell Transport and Trading Plc. An der Börse in London notierten die Shell-Aktien am Dienstagvormittag rund 1,3 Prozent schwächer.

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