„Transatlantic Business Dialogue“
Konzerne warnen USA vor Protektionismus

Vorstandschefs von 16 führenden europäischen und amerikanischen Unternehmen haben in einem Brief an die Abgeordneten des US-Kongresses vor protektionistischen Bestrebungen in den USA gewarnt.

HB HANDELSBLATT. Mit großer Besorgnis verfolgen die weltweit tätigen Konzerne Pläne des US-Gesetzgebers, ausländische Unternehmen bei der Vergabe von Infrastrukturaufträgen Sondergesetzen zu unterwerfen. In dem Schreiben des Topmanager-Kreises „Transatlantic Business Dialogue“ (TABD), das dem Handelsblatt (Dienstagsausgabe) vorliegt, warnen die Vorstandschefs vor unabsehbaren Folgen für die US-Wirtschaft und die betroffenen Konzerne, sollten die Gesetzespläne Wirklichkeit werden. Zu den Unterzeichnern gehören die Konzernchefs Josef Ackermann (Deutsche Bank), Jürgen Hambrecht (BASF) und Klaus Kleinfeld (Siemens).

Eine Sprecherin des TABD sagte dem Handelsblatt, der Brief sei ein „außergewöhnlicher Schritt“. Normalerweise hielten sich ausländische Unternehmen mit Meinungsäußerungen gegenüber dem US-Parlament sehr zurück. Auch bei der BASF hieß es, dies sei ein „sensibler Bereich“. Allerdings verwies der Sprecher auf das große US-Engagement des Chemiekonzerns, der gerade dabei ist, das US-Unternehmen Engelhard für 5 Mrd. Euro zu übernehmen. Von einem „ernsten Problem“ sprach George Nolen, US-Chef des Siemens-Konzerns, sollten die Pläne Wirklichkeit werden.

In ihrem Schreiben warnen die Manager, die geplante Gesetzgebung könnte „künftige Investitionen in den USA gefährden und protektionistische Tendenzen, wie sie vor allem in Europa verstärkt Unterstützung finden, erneut verstärken“. In den Ausschüssen des Repräsentantenhauses und des Senats werden Gesetze behandelt, die ausländische Unternehmen insbesondere bei Projekten der „kritischen Infrastruktur“ sehr strengen Auflagen unterwerfen würden. Auslöser der Gesetzesvorhaben war der Versuch eines Unternehmens aus Dubai, Betreiber mehrerer großer US-Seehäfen zu werden.

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