Transparenz der Kosten
Bundesnetzagentur nimmt Ferngasleitungen ins Visier

Die Bundesnetzagentur will den Betreibern von Ferngasleitungen in Deutschland verstärkt auf die Finger schauen. Behördenchef Matthias Kurth kündigte am Dienstag an, von zunächst drei Unternehmen eine genaue Kostenkalkulation zu verlangen und den Betrieb künftig zu regulieren.

HB BONN. Betroffen seien Eon Gastransport, das Gemeinschaftsunternehmen der BASF-Tochter Wintershall und von Gazprom, Wingas sowie die Deutschland-Tochter des niederländischen Gasunie-Konzerns. Weitere sieben Unternehmen, darunter RWE Gastransport, könnten in Kürze hinzukommen.

Kurth wollte sich nicht festlegen, ob und in welcher Größenordnung die Verbraucher von der ab 2010 angestrebten Regulierung profitieren könnten. Es sei unklar, welche Einsparmöglichkeiten es gebe. "Für den Kunden bedeutet das mehr Transparenz, weil wir die verlangten Kosten kontrollieren." Bei den regionalen Gasnetzen ist das bereits seit Jahren der Fall - mit der Folge, dass die Bonner Behörde die Gebührenanträge der Netzbetreiber zum Teil drastisch kürzte. Anders als der Wettbewerb im Strommarkt gilt der im Gasmarkt in Deutschland bislang als schwach entwickelt.

Dies ist nach Einschätzung der Bundesnetzagentur insbesondere bei den Ferngasleitungen der Fall. Die nun ins Visier genommenen drei Unternehmen kontrollieren nach Angagen der Behörde fast zwei Drittel der Ferngastransporte in Deutschland. "Diese Netzbetreiber verfügen über eine dominierende Marktmacht und besitzen daher nicht durch den Wettbewerb kontrollierte Verhaltensspielräume", betonte Kurth. Die Kapazitäten im Ferngasnetz seien bei allen Betreibern langfristig ausgebucht, und es bestehe kaum eine Möglichkeit, auf Alternativangebote auszuweichen. "Bemühungen von Gasnetzbetreibern, durch niedrige Preise Netzkunden zu gewinnen, sind nicht erkennbar", führte der Behördenchef aus.

Die Pläne für die Regulierung beziehen sich nach Angaben Kurths nur auf bereits bestehende Ferngasleitungen. "Es gibt durchaus die Möglichkeit, neue Projekte von der Regulierung auszuschließen", sagte er. Offen ist bislang, ob dies auch die in Deutschland geplanten Anbindungen an die Ostsee-Pipeline betrifft, durch die in wenigen Jahren Erdgas von Russland nach Deutschland strömen soll. Die Betreiber der geplanten Anbindungsröhren - die Firmen Opal und NEL, Wingas und Eon Ruhrgas - haben bei der Netzagentur eine Ausnahme von der Regulierung beantragt. Der Antrag werde geprüft, sagte Kurth, ohne nähere Angaben zum Stand des Verfahrens zu machen.

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