Transparenzmangel und Quersubventionierung
Aktionäre von Koenig & Bauer machen Druck

Finanzinvestoren fordern einen radikalen Umbau des Druckmaschinenherstellers Koenig & Bauer. An der Spitze der Kritiker steht der Phoenix Value Fonds. Er moniert vor allem eine Quersubventionierung des Druckgeschäfts.
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DüsseldorfDem ältesten und zweitgrößten Druckmaschinenhersteller der Welt, Koenig & Bauer, steht am Donnerstag in Würzburg eine turbulente Hauptversammlung bevor. Großaktionäre beschuldigen Aufsichtsrat und Vorstand des Unvermögens, der Verschleierung und einer unangemessenen Vergütung. Nach ihrer Einschätzung stünde das Unternehmen besser da, wenn die Sparte Rollendruck mit ihren 2800 Mitarbeitern verkauft würde. Nach der Insolvenz der Konkurrenten Manroland und dem Dahinsiechen von Heidelberger Druck sehen sie akuten Handlungsbedarf.

An der Speerspitze der wütenden Aktionäre agiert der Phoenix Value Fonds, hinter dem unbekannte, aber erstaunlich gut informierte Investoren stecken. Er deckt im Detail auf, was bisher nur vermutet wurde: eine Quersubventionierung des klassischen Druckgeschäfts. Phoenix moniert dabei eine krasse Missachtung der Vorschriften der Internationalen Rechnungslegung (IFRS).

"Die Berichterstattung des Segments Rollen & Sondermaschinen verletzt grundlegende IFRS-Prinzipien", schreibt Phoenix in seinem Gegenantrag. "Investoren sind nicht in der Lage, die eklatante Underperformance des Rollenoffsetdrucks und die Outperformance Sicherheitsdruck zu erkennen."

Koenig & Bauer lässt diesen Vorwurf nicht gelten und verweist auf das Testat für den Konzernabschluss von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG.

Fest steht, dass Koenig & Bauer im Rollenoffsetdruck Geld verliert. Grund ist unter anderem das rückläufige Geschäft im Zeitungsdruck. Bei den Sondermaschinen, dem Druck von Banknoten und Wertpapieren, gibt es Gewinne. Beide Geschäftsbereiche aber werden in einer Sparte geführt. Unter dem Strich blieb 2011 bei einem Umsatz von 584 Millionen Euro ein Betriebsergebnis von 28 Millionen.

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Es wird ein ungemütlicher Tag werden

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