Transporter-Baureihe
Daimler steckt Milliarden in neuen Sprinter

Die Baureihe Sprinter läuft seit 1995 bei Daimler-Chrysler vom Band. Nun hat der Automobilkonzern rund 1,8 Milliarden Euro in die Weiterentwicklung und die Produktion der Transporter investiert.

HB STUTTGART. Das neue Modell werde im März 2006 in den Markt eingeführt, teilte der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller am Montag in Stuttgart mit. Im vergangenen Jahr sind von dem in rund 1000 Varianten erhältlichen Transporter im Werk Düsseldorf und im argentinischen Buenos Aires rund 167 000 Stück produziert worden, was einem neuen Produktionsrekord entspreche. Das neue Modell des Sprinter laufe derzeit in den beiden deutschen Werken Düsseldorf und Ludwigsfelde bei Berlin vom Band.

In das Düsseldorfer Werk seien 550 Mill. Euro in die Erweiterung des Rohbaus und der Lackierung von Kastenwagen und Kombis gesteckt worden. In den ostdeutschen Produktionsstandort flossen den Angaben zufolge 300 Mill. Euro für den Rohbau und die Lackierung von Pritschenwagen und Fahrgestellen. Die Entwicklungskosten des neuen Modells bezifferte Daimler-Chrysler-Nutzfahrzeug-Chef Andreas Renschler mit einer halben Milliarde Euro. In beiden Werken sei die Mitarbeiterzahl um eine niedrige dreistellige Zahl aufgestockt worden, teilte Daimler-Chrysler weiter mit. Die neuen Arbeitsplätze seien „zum großen Teil“ mit Konzernmitarbeitern besetzt worden.

Stabile Nachfrage nach Lkw und Bussen erwartet

Der Automobilkonzern rechnet im laufenden Jahr noch mit einer stabilen Nachfrage nach Lkw und Bussen. Der erwartete Abschwung in der Branche könnte aber in Zukunft für Stellenstreichungen sorgen. Schärfere Abgasnormen sowie neue Vorschriften für Fahrtenschreiber könnten 2006 für vorzeitige Neuanschaffungen von Fahrzeugen sorgen. „Ich rechne im Jahr 2006 weltweit mit einer stabilen Nachfrage“, sagte Daimler-Chrysler-Nutzfahrzeug-Vorstand Andreas Renschler am Montag in Stuttgart. In der Europäischen Union (EU) und in den USA würden neue Abgasnormen verbindlich, in der EU müssten Lastwagen und Busse künftig digitale Fahrtenschreiber an Bord haben. Dies könne „ein Stück weit“ Vorzieheffekte auslösen, prognostizierte Renschler mit Blick auf die zyklische Branchenkonjunktur. Daimler-Chrysler ist der weltgrößte Hersteller von Lkw und Bussen.

Nutzfahrzeugnachfrage boomt noch

Derzeit boomt die Nutzfahrzeugnachfrage noch, könnte jedoch nach Angaben der großen Hersteller spätestens im kommenden Jahr einen Dämpfer erhalten. „Unsere Aufgabe ist es, den Zyklus zu überstehen“, sagte der Nutzfahrzeug-Vorstand. Daher schließe er einen Stellenabbau nicht aus. Davon betroffen wären in Deutschland allerdings nur befristete Arbeitsverhältnisse. Im Lkw-Produktionswerk Wörth seien rund 800 befristet Beschäftigte tätig, sagte Renschler. Für die Stammbelegschaft habe der Konzern mit Arbeitszeitkonten flexible Regelungen gefunden. In den USA werde die Belegschaft dagegen bei einem Einbruch der Nachfrage um bis zu 40 Prozent ab 2007 entsprechend gekürzt.

Daimler-Chrysler leidet derzeit unter einer schwachen Rendite und Personalüberhängen. Deshalb will sich der Konzern bis zum Ende 2008 von rund 22 500 Mitarbeitern trennen und Stellen in der Verwaltung, in der Pkw-Produktion bei Mercedes und bei den Nutzfahrzeugen über Abfindungszahlungen und die Nichtbesetzung frei werdender Arbeitsplätze abbauen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%