Trend zu Grün
Autoproduzenten auf dem Weg zur Ökofabrik

Auch Autohersteller können dem allgemeinen Öko-Trend nicht entkommen. Das gilt nicht nur für die Fahrzeuge, sondern auch für deren Fertigung. Um bei ihren Kunden Akzeptanz zu finden, investieren VW und Co. Milliarden.
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Hamburg/MünchenHubert Waltl ist ein bodenständiger Bayer, sein Händedruck kräftig. Bei Audi hat er in den 70er-Jahren eine Lehre zum Werkzeugmechaniker gemacht. Heute leitet er den Werkzeugbau von Volkswagen und verantwortet die Produktion der Marke VW. Der Techniker will aber nicht nur das Bestehende verbessern, Waltl hat eine Vision. Die ist in seinem Kopf, aber auch auf seinem Computer.

Es ist eine bunte Computersimulation, eine virtuelle Modellfabrik, die der Autobauer gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik und 67 Zulieferern entworfen hat. Die Fabrik liegt in einem Naturschutzgebiet, nutzt Ökostrom aus Wasserkraft und gewinnt Wärme aus Biomasse. Eine perfekte Fabrik, frei von jeglicher Belastung durch das Klimagas Kohlendioxid.

Schritt für Schritt soll diese Vision Realität werden. VW will die eigene Produktion umweltfreundlicher machen. „Unser Ziel ist es, bis 2018 bei der Herstellung eines Autos jeweils ein Viertel weniger Kohlendioxid auszustoßen, Wasser, Strom, Lösungsmittel und Verpackungsmaterial zu verbrauchen“, sagte VW-Vorstand Hubert Waltl dem Handelsblatt. Was die Autos bereits erfüllen müssen, soll nun auch für den Ort gelten, an dem sie entstehen.

Es muss. Denn Volkswagen ist in den vergangenen Monaten zur Zielscheibe der Umweltaktivisten von Greenpeace geworden. Aus ihrer Sicht tut der Konzern nicht genug, um den CO2-Ausstoß zu senken. VW widerspricht, die Konkurrenz sieht dem Treiben mit gemischten Gefühlen zu. „Wir sind froh, nicht selbst attackiert zu werden“, sagt ein Automanager, „können aber morgen genauso dran sein.“

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