Trennung gilt als wahrscheinlich
JP Morgan sucht Käufer für Chrysler

Der Autokonzern Daimler-Chrysler hat nach Informationen aus Unternehmenskreisen die US-Bank JP Morgan ausgewählt, alle Optionen für Chrysler zu prüfen. Der Autokonzern hat damit seiner amerikanischen Hausbank Goldman Sachs einen Korb gegeben. Das hat gute Gründe.

FRANKFURT/LONDON. Laut Finanzkreisen sollen die Investmentbanker von JP Morgan für Chrysler drei Optionen prüfen: einen Verkauf, einen möglichen Spin-off an die eigenen Aktionäre sowie eine Fortsetzung der Integration. Sprecher von Daimler und JP Morgan wollten die Information nicht kommentieren. Auch Goldman Sachs schwieg: Die Bank hat vor neun Jahren die Fusion mit Chrysler eingefädelt und 2006 für Daimler nach einem Käufer für die Kleinwagenmarke Smart gesucht.

Experten werten die Beauftragung von JP Morgan als deutliches Zeichen, dass Daimler von der Integration von Chrysler nicht mehr überzeugt sei. Es sei deshalb nicht unwahrscheinlich, dass das Pendel am Ende in Richtung Trennung ausschlagen werde, hieß es in Finanzkreisen. Eine Reihe von US-Private-Equity-Gesellschaften habe bereits Interesse angemeldet. Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte am Mittwoch angekündigt, für Chrysler nach vielen Verlustjahren alle Optionen zu prüfen.

Erste Kontakte wegen Chrysler gebe es auch mit dem US-Konkurrenten General Motors, hieß es. Die Gespräche seien allerdings noch in einem derart frühen Stadium, dass deren Erfolgsaussichten noch nicht eingeschätzt werden könnten. In Unternehmenskreisen hieß es, es werde über Kooperationen bei Design und Entwicklung gesprochen. Die Gespräche liefen jedoch erst seit einem Monat. Der weltgrößte Autobauer GM steckt selbst seit Jahren in der Dauer-Restrukturierung und gelte nicht unbedingt als starker Partner, betonten Analysten. Offiziell wollten weder Daimler noch GM die Meldungen kommentieren.

Die Partnersuche wird für JP Morgan sicher nicht leicht. So fand der US-Autobauer Ford bei der laufenden Käufersuche für seine profitable Sportwagenmarke Aston Martin laut Branchenkreisen keinen Interessenten unter den großen Autokonzernen – und die Suche nach Interessenten für Smart förderte vor einem Jahr ebenfalls keinen großen industriellen Kaufkandidaten zu Tage. Auch für Chrysler erhielt Zetsche die ersten Absagen. So winkte der japanische Autokonzern Toyota bereits ab. „Wir haben kein besonderes Interesse, andere Unternehmen zu erwerben“, sagte Nordamerika-Chef Jim Press. Auch der Ex-Daimler-Partner Mitsubishi zeigt Chrysler die kalte Schulter. Das Thema Chrysler stehe für den Autobauer nach den Worten von dessen Europachef Tim Tozer nicht auf der Tagesordnung. Mitsubishi war Daimlers strategischer Partner in Asien gewesen, bis der Stuttgarter Konzern seinen Anteil an dem japanischen Unternehmen verkaufte.

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