Trennung soll Bayer auf Wachstumspfad zurückführen
Bessere Chancen ohne Chemie ausgerechnet

Der Leverkusener Bayer-Konzern hat die Entscheidung zur radikalen Neuausrichtung vor dem Hintergrund tiefroter Quartalszahlen getroffen. Für die rund 20 000 Beschäftigte bedeutet die Abspaltung großer Teile des Chemie- und Kunststoffgeschäfts jedoch einen schmerzhaften Abschied.

HB LEVERKUSEN. Mit der geplanten Abspaltung des Chemiegeschäfts bricht der Chemie- und Pharmariese mit einer langen Tradition. Vorstandschef Werner Wenning sprach am Dienstag bei der Vorlage der Quartalszahlen von einem "Meilenstein" in der Neuausrichtung des Konzerns. Konzentration auf profitable Geschäfte, auf Wachstum und Innovation, lautet seine Devise. Die Trennung von der Chemiesparte und Teilen des Kunststoff- Geschäfts bedeutet für die betroffenen Mitarbeiter dagegen den Start in eine ungewisse Zukunft.

Die Identifikation der Belegschaft mit dem Unternehmen wurzelt ist. Bayer ist nicht nur Brötchengeber. Bei dem Leverkusener Konzern starteten viele Mitarbeiter - wie Vorstandschef Wenning - mit einer Lehre ins Berufsleben und blieben bei Bayer. Das Unternehmen ist für sie eine große Familie unter dem Bayer-Kreuz. Das weiß auch der Konzernlenker: "Die Trennung von unserem Chemiegeschäft, und damit von einem Großteil unserer historischer Wurzeln, bedeutet eine einschneidende Veränderung für unseren Konzern." Wenning ist sicher, dass sich die Mitarbeiter in den neuen Strukturen bald zu Hause fühlen werden.

Tatsächlich gibt es zu den Plänen des Vorstands angesichts der Konjunkturflaute und des schwachen Chemiegeschäfts kaum eine Alternative. Das wissen auch die Arbeitnehmervertreter. "Das Herz sagt nein, der Kopf sagt ja", beschreibt Betriebsratschef Erhard Gipperich die Gemütslage der Beschäftigten. Eine Ablehnung der Pläne hätte noch mehr Arbeitsplätze gekostet, als ohnehin schon auf der Streichliste stehen. Durch das laufende Einsparprogramm wird Bayer bis Ende dieses Jahres 10 000 von 14 000 Stellen abgebaut haben. An deutschen Standorten steht der Abbau von 2500 Stellen noch bevor.

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