Trennung von Tiefkühl-Sparte: Unilever verstößt Käpt'n Iglo

Trennung von Tiefkühl-Sparte
Unilever verstößt Käpt'n Iglo

Schon im August 2005 hatten britische Zeitungen berichtet, dass sich Unilever von seinen Tiefkühlkost-Marken trennen will. Nun hat der Konsumgüterkonzern sein Ansinnen offiziell gemacht. Nicht zuletzt der Erfolg von Aldi und Co. hat das Unternehmen offenbar zu seinem Entschluss getrieben.

HB ROTTERDAM. Den Verkauf kündigte das niederländisch-britische Unternehmen am Donnerstag bei der Vorlage der Jahresbilanz an. Die Trennung erfolgt, obgleich es dem Konzern wieder besser geht. Nach einem Gewinneinbruch 2004 konnte Unilever im vergangenen Jahr den Überschuss steigern. Der Konzern weist für 2005 einen Nettogewinn von 3,5 Mrd. Euro aus nach 2,9 Mrd. Euro im Jahr zuvor.

Unilever hat neben Iglo unter anderem Dove-Körperpflegeprodukte, Rama-Margarine und Magnum-Eiskrem im Programm. Letztere bleibt aber bei Unilever, genauso wie die anderen Eissorten. Dieses Geschäft habe für Unilever eine „strategische Priorität“.

Unilever hatte im September 2005 angekündigt, sein Tiefkühlgeschäft zu überprüfen. Zu diesem Unilever-Geschäftsbereich gehört neben „Iglo“ auch das in Deutschland weitgehend unbekannte „Birds Eye“. Den Gesamtumsatz der Sparte gab Unilever mit 2 Mrd. Euro im Jahr an. Beschäftigt würden hier 4 500 Mitarbeiter.

Analysten halten eine Trennung von der Tiefkühlmarke Iglo für sinnvoll. „Unilever hat sich in der letzten Zeit mit seiner Tiefkühlsparte sehr schwer getan“, sagte Barbara Ambrus von der Landesbank Baden-Württemberg kurz nach Bekanntwerden der Verkaufspläne im vergangenen Jahr. Während das Eisgeschäft (Langnese) bei Unilever Unternehmensangaben zufolge gut läuft, ist man mit den Haushaltsprodukten und der Tiefkühlkost insbesondere in Europa unzufrieden.

Hauptsächlich wegen des Desasters mit der US-Diät-Marke „Slim Fast“, die erhebliche Wertberichtigungen erforderlich machte, musste der langjährige Vorstandschef Antony Burgmans Anfang April den Stuhl für seinen Co-CEO Patrick Cesceau räumen, der das Unternehmen seitdem alleine führt. Während schon Burgmans das Portfolio des Konzerns von einst 1600 auf nunmehr rund 400 Marken zusammengestrichen hatte, hat Unilever unter Cesceaus Führung die Führungsstrukturen gestrafft und beispielsweise die bislang getrennten Sparten Lebensmittel- und Haushaltsprodukte in vielen Ländern zusammengeführt.

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