Triebswerksbauer
MTU rechnet mit neuem Wachstum

Turbinenhersteller MTU hält trotz Einsparungen im Wehretat an seiner Jahresprognose fest. Entwicklungskosten lassen den Gewinn im dritten Quartal jedoch um zehn Prozent schrumpfen.
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München Der Triebwerksbauer MTU Aero Engines rechnet mit einem wachsendem Nachfrageschub nach seinen Produkten. „Wir können nicht erkennen, dass die Ordertätigkeit weltweit gebremst ist“, sagte Vorstandschef Egon Behle am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Vor allem der Bedarf an Antrieben für die neuen Flugzeugserien Airbus A320neo und Boeing 737Max sei groß. Allein für den A320neo habe MTU bereits rund 1000 Vorbestellungen für Turbinen. Das Programm verschaffe MTU ab 2015 über die Laufzeit einen Umsatz von 13 bis 14 Milliarden Euro. MTU hatte zuletzt seinen Anteil an dem Herstellerkonsortium aufgestockt.

Die Entwicklungskosten für die neue Turbine lasteten zuletzt allerdings auf dem Gewinn der Münchener. Weil auch der Umsatz mit der Wartung von Militärmaschinen zurückging, schrumpfte der MTU-Überschuss im dritten Quartal binnen Jahresfrist um ein Zehntel auf 45,5 Millionen Euro. Die MTU-Aktie reagierte im MDax mit einem Abschlag von einem Prozent auf 49,36 Euro. Der Konzernumsatz kletterte hingegen um zwölf Prozent auf 720,8 Millionen Euro. „Es ist ermutigend, dass die Kunden pro Wartungstermin nun die Turbinen umfassender reparieren lassen, was lange erwartet wurde“, lobte LBBW-Analyst Stefan Maichl.

Während zivile Fluglinien immer mehr Geld für Wartungen bei MTU lassen, knausert die Bundeswehr. Der Umsatz im Militärzweig sei in den ersten neun Monaten 2011 auf 321,3 von zuvor 378,3 Millionen Euro geschrumpft.

An der Jahresprognose hielt der Turbinenhersteller trotz der Folgen der Einsparungen im Wehretat fest. „Wir erwarten sowohl im Serien- als auch im Ersatzteilgeschäft ein starkes viertes Quartal und gehen von einem positiven Trend in der zivilen Instandhaltung aus“, sagte Vorstandschef Behle. „Diese Entwicklung und die Resultate der ersten neun Monate bestätigen uns in unseren Annahmen für das Gesamtjahr. Ich bin zuversichtlich, dass wir die Ziele, die wir uns für 2011 gesteckt haben, erreichen.“

Für 2011 peilen die Münchener ein Umsatzplus von sieben bis acht Prozent an, der Gewinn soll etwas über dem Vorjahreswert von 182,3 Millionen Euro liegen. In den kommenden Jahren würden die Kosten für Forschung und Entwicklung wieder zurückgehen, versicherte Behle.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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