Triebwerksbauer
MTU bricht der Umsatz weg

Der Triebwerkshersteller MTU hat einen stabilen Gewinn vorgelegt. Dabei ist der Umsatz unerwartet stark eingebrochen. Das hat nicht nur mit rückläufigen Verkäufen zu tun.
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HB MÜNCHEN. Der Triebwerkshersteller MTU hat seinen Gewinn im dritten Quartal trotz eines überraschend hohen Umsatzeinbruchs fast stabil gehalten. Die Erlöse gingen wegen des schwachen US-Dollars und weniger Triebwerksverkäufen um gut ein Fünftel zurück, wie das Unternehmen am Montag in München mitteilte. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand nun ebenfalls mit geringeren Erlösen, hält jedoch an seinem Gewinnziel fest. Die operative Marge soll sogar etwas höher ausfallen als bislang geplant. Die MTU-Aktie legte am Morgen um 1,12 Prozent auf 32,45 Euro zu und lag damit im oberen Fünftel des MDax.

"Durch Dollarkurs und Umsatzmixverschiebungen können wir die Erwartung eines stabilen Umsatzverlaufs nicht vollständig aufrechterhalten", sagte MTU-Chef Egon Behle. Für das laufende Jahr erwartet der Vorstand nun statt eines Anstiegs einen Umsatzrückgang auf 2,6 Mrd. Euro. Der Überschuss soll wie im Frühjahr angekündigt wegen erhöhter Entwicklungsausgaben auf 140 Mio. Euro sinken. Die Dividende will der Vorstand am Konzernüberschuss bemessen.

Für das kommende Jahr wagt der Vorstand noch keine konkrete Prognose. 2010 werde erneut schwierig für die Luftfahrtbranche. Allerdings gebe es Potenzial zur Marktverbesserung.

Im dritten Quartal drückten der Dollar und der schwächelnde Triebwerksverkauf auf den Umsatz. Die Erlöse brachen um ein Fünftel auf 578,9 Mio. Euro ein, während Experten im Schnitt nur einen leichten Rückgang auf 705 Mio. Euro erwartet hatten. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank um ein Zehntel auf 73,7 Mio. Euro. Der Überschuss blieb mit 37,7 Mio. Euro fast stabil und lag damit leicht über den Erwartungen der Branchenexperten.

Der Umsatzeinbruch traf sowohl das Geschäft mit zivilen Triebwerken als auch die Wartungssparte. Während der Triebwerksverkauf 29 Prozent einbüßte, betrug der Rückgang bei der Wartung 21 Prozent. Einzig bei den Antrieben für Militärflugzeuge konnte MTU um 5,6 Prozent zulegen. Auf die ersten neun Monate gerechnet, blieb der Konzernumsatz mit 1,95 Mrd. Euro allerdings nahezu stabil, nachdem das Unternehmen im ersten Halbjahr kräftige Zuwächse verbucht hatte.

Auch über fehlende Aufträge kann sich MTU derzeit nicht beklagen. Der Auftragsbestand wuchs seit Jahresbeginn um 1,3 Prozent auf 4,1 Mrd. Euro.

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