Triebwerksbauer
MTU-Gewinn fällt um ein Drittel

MTU Aero Engines hat im ersten Halbjahr die weltweit sinkenden Passagier- und Frachtzahlen im Luftverkehr zu spüren bekommen. Der Triebwerksbauer verdiente im zweiten Quartal deutlich weniger als im Vorjahresabschnitt. Der Überschuss fiel um 32 Prozent auf 24,7 Millionen Euro.

HB MÜNCHEN. Der Umsatz legte zwar um fast ein Zehntel zu, dies lag allerdings nur am vergleichsweise starken Dollar in den vergangenen Monaten. Bereinigt um diesen Effekt sanken die Erlöse um zwei Prozent. Der Gewinn brach um fast ein Drittel ein. MTU machte dafür vor allem höhere Entwicklungskosten und ein schwächeres Finanzergebnis verantwortlich. Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte Vorstandschef Egon Behle, für das kommende Jahr gab er sich zurückhaltend. Die MTU-Aktie reagierte am Donnerstag mit deutlichen Kursverlusten. Gegen Mittag stand sie fast 6,5 Prozent im Minus bei 25,10 Euro.

Zwischen Januar und Ende Juni sank der Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30,7 Prozent auf 55,7 Mio. Euro, der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) um fast 13 Prozent auf 137,1 Mio. Euro. Der Umsatz lag bei 1,38 Mrd. Euro. Für das Gesamtjahr rechnet das Management weiterhin mit stabilen Erlösen von 2,8 Mrd. Euro und einem Überschuss von 140 Mio. Euro.

„Gemessen an der momentan schwierigen Marktsituation sind wir mit diesen Ergebnissen zufrieden“, sagte Behle. Hoffnung mache vor allem der höhere Auftragseingang. Er stieg um 17 Prozent auf gut 1,3 Mrd. Euro. Für einen Schwung neuer Bestellungen hatte im Juni unter anderem die Luftfahrtmesse in Le Bourget gesorgt.

Auch das kommende Jahr dürfte nochmals schwierig werden, sagte Behle. „Insgesamt kann man sagen, dass es erste Anzeichen dafür gibt, dass ein Tiefpunkt erreicht sein könnte. Das muss sich in den nächsten Monaten allerdings erst noch erhärten.“ Eine konkrete Prognose wollte er nicht abgeben, dämpfte aber zu hohe Erwartungen. „Das bedeutet aus heutiger Sicht, dass wir kein Wachstum haben werden.“ MTU wolle aber ohne Einschnitte beim Stammpersonal auskommen. „Unser Ziel, unsere Stammbelegschaft zu halten, sehen wir weiter nicht in Gefahr.“

Mit Blick auf den mit vielen Pannen und Verspätungen kämpfenden Militärtransporter A400M sagte Behle, er rechne mit einer Fortsetzung des Programms. „Ich unterstelle, dass der Bedarf an diesem Transportsystem ungebrochen ist.“ Der A400M liegt mehr als drei Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück. Der Erstflug wurde inzwischen auf Ende 2009 verschoben. Die europäischen Verteidigungsminister der A400M-Kundenstaaten kommen an diesem Freitag zusammen, um über das Milliardenprojekt zu entscheiden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%