
MünchenDer Münchner Triebwerkshersteller MTU will sein Ergebnis trotz allgemein drohender Konjunktureinbußen bis zum Jahr 2020 fast verdreifachen. Das Unternehmen sehe gute Chancen, vom Boom in der Flugzeugindustrie weiter überproportional zu profitieren, sagte MTU-Chef Egon Behle der Wirtschaftswoche. Deshalb halte der Triebwerkshersteller an seinem Ziel fest, bis zum Ende des Jahrzehnts den Umsatz auf sechs Milliarden Euro zu verdoppeln.
Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen soll sich dabei im gleichen Zeitraum nach gut 300 Millionen Euro im vergangenen Jahr sogar fast verdreifachen.
Eine Verlagerung der Produktion in den Dollar-Raum sei weiter nicht geplant, sagte der MTU-Vorstandsvorsitzende. „Das Restrisiko bei der Währung ist geringer als die Probleme, die eine Produktionsverlagerung bei Qualität und Entwicklung bringen könnte.“
Beim Militärgeschäft rechnet Behle mit einem Rückgang. „Mit der Verteidigung machen wir nur noch 18 Prozent unseres Umsatzes, in den zurückliegenden 1980er Jahren waren es noch 75 Prozent. Wenn wir 2020 wie geplant sechs Milliarden umsetzen, werden es nur noch knapp zehn Prozent sein.“ Gleichwohl sehe er Chancen für neue Militärgeschäfte, etwa bei der Ausschreibung für Kampfflugzeuge in Indien.