Triebwerksbauer
Stabile Auftragslage bei MTU

Der Umsatz des Flugzeugzulieferers kletterte in den ersten drei Monaten binnen Jahresfrist um ein Zehntel auf 693 Mio. Euro, wie MTU mitteilte. Das operative Ergebnis (Ebit) ging zwar um sechs Prozent auf 75 Mio. Euro zurück, fiel aber höher aus als Analysten erwartet hatten.

HB MNCHEN. Der Triebwerksbauer MTU Aero Engines will die Wirtschaftskrise ohne Einschnitte bei der Stammbelegschaft überstehen. Sollte es im Laufe des Jahres aber enger werden, könnten bis zu 700 Leih- und Zeitarbeitsstellen in Deutschland zur Disposition stehen, sagte Vorstandschef Egon Behle am Donnerstag bei einer Telefonkonferenz in München. „Das ist unsere Flexibilitätsreserve.“ Trotz der schlechteren Rahmenbedingungen rechnet MTU insgesamt noch mit einem soliden Gesamtjahr. Sorgen bereitet dagegen weiter die Entwicklung der Triebwerke für den Militärtransporter A400M.

Im ersten Quartal verbuchte das Unternehmen dank des gestiegenen Dollarkurses zwar einen überraschend kräftigen Umsatzsprung. Wegen erhöhter Forschungs- und Entwicklungsausgaben, eines gesunkenen Finanzergebnisses und des schwächeren operativen Gewinns brach der Überschuss allerdings stärker ein als von Experten erwartet. Er gab um fast 30 Prozent auf 31 Mio. Euro nach. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei 75,2 Mio. Euro und damit sechs Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Umsatz kletterte um zehn Prozent auf 693,1 Mio. Euro.

Zum Jahresstart trug vor allem das Wartungsgeschäft - etwa für den Antrieb des Airbus A320 - zum Umsatzanstieg bei. Das operative Ergebnis lag hier mit 19,3 Mio. Euro mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr. Im Triebwerksgeschäft machten sich unter anderem Vorleistungen für neue Programme bemerkbar. Der operative Gewinn sank hier von 72,9 auf 54,8 Mio. Euro. Die Prognose für das Gesamtjahr beließ Behle unverändert. So sollen die Erlöse 2009 leicht auf 2,8 Mrd. Euro steigen. Beim Überschuss erwartet der Vorstand einen Rückgang von knapp 180 auf rund 140 Mio. Euro. An der Börse wurden die Nachrichten gut aufgenommen. Die MTU-Aktie stand gegen Mittag knapp vier Prozent im Plus bei 22,95 Euro.

Sorgen macht allerdings weiter der von EADS entwickelte Militärtransporter A400M. MTU Aero Engines ist an dem Konsortium beteiligt, dass die Motoren für den neuen Flieger entwickelt. Die Unternehmen - neben MTU sind das SNECMA, Rolls-Royce und ITP - kämpfen derzeit aber mit massiven Problemen bei der Entwicklung der Software. Daher liegt der Transport-Airbus bislang mindestens drei Jahre hinter dem zugesicherten Zeitplan. „Alle Partner arbeiten mit Hochdruck an den Vorbereitungen für den Erstflug des A400M“, sagte Behle. Einen Termin für den Erstflug der Maschine wollte er nicht nennen. „Es wird derzeit ja relativ viel spekuliert. Daran wollen wir uns nicht beteiligen.“ Er rechne damit, dass spätestens auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris Mitte Juni Einzelheiten genannt würden.

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