Triebwerkshersteller: MTU profitiert von Dreamliner und A380

Triebwerkshersteller
MTU profitiert von Dreamliner und A380

Für den Turbinenbauer MTU sind die Riesenflieger von Airbus und Boeing ein Segen: Das Münchner Unternehmen verkauft deutlich mehr Antriebe an die Hersteller. Das schlägt sich allerdings noch nicht im Gewinn nieder.
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MünchenDas Geschäft des Turbinenbauers MTU läuft auf vollen Touren. Dank starker Nachfrage nach Triebwerken für zivile Flugzeuge legte der Umsatz der Münchner zum Jahresauftakt um gut ein Drittel auf knapp 945 Millionen Euro zu, wie das MDax-Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Vor allem Antriebe für die Riesenflieger Airbus A380 und Boeing Dreamliner seien gefragt gewesen, sagte der designierte Vorstandschef Reiner Winkler in einer Telefonkonferenz.

Allerdings schlug sich der Trend nicht im Gewinn nieder. Der Überschuss schrumpfte im ersten Quartal leicht auf 54,5 Millionen Euro. Der Verkauf neuer Triebwerke sei wegen der üblichen Rabatte nicht so einträglich wie das Ersatzteil- und Servicegeschäft, sagte Winkler. Der Finanzchef löst zum Jahreswechsel Egon Behle ab, der keine weitere Amtszeit an der Firmenspitze mehr antreten wollte.

Den Umsatz konnten die Münchner außerdem steigern, weil sie seit dem vergangenen Sommer einen größeren Teil zum V2500-Triebwerk für den Airbus A320 beisteuern. MTU hatte seinen Anteil an dem Triebwerkskonsortium mit Pratt & Whitney nach dem Ausstieg von Rolls-Royce für 550 Millionen Euro auf 16 Prozent aufgestockt. Damit landet von jedem Antrieb für den Airbus-Verkaufsschlager fast anderthalb Mal so viel Umsatz in den Kassen der MTU wie zuvor. Zudem erhofft sich der Konzern viel vom lukrativen Ersatzteilgeschäft, das noch 25 Jahre lang die Umsätze sprudeln lassen soll.

Für das Gesamtjahr versprach MTU eine Erholung der Margen bei sich einpendelndem Umsatz. Das Unternehmen werde von der weltweit wachsenden Luftfahrt profitieren. Der Umsatz 2013 werde um bis zu zwölf Prozent auf 3,78 Milliarden Euro zulegen, der Gewinn im gleichen Umfang auf bis zu 261 Millionen Euro. Winkler kündigte an, er werde als Vorstandschef an der Geschäftspolitik seines Vorgängers festzuhalten, die MTU bis 2020 einen Umsatz von sechs Milliarden Euro bringen soll. „Es gibt keinen Anlass, grundsätzlich etwas anders zu machen“, beteuerte er.

An der Börse kamen die Nachrichten prima an. Die MTU-Titel legten gut drei Prozent zu und waren damit größter Gewinner im MDax. „Das Neugeschäft lastete zwar auf der Marge, wird aber in Zukunft den Gewinn über den Ersatzteilbedarf ankurbeln“, urteilte Analyst Markus Turnwald von der DZ Bank.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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