Trotz Absatzrekord
Porsche-Gewinn bleibt gleich

Nie zuvor verkaufte der Sportwagenbauer mehr Autos. Von Gewinnrekorden kann in Zuffenhausen allerdings keine Rede sein. Modellwechsel und Werksumbauten verursachen Milliardenkosten und belasten das Ergebnis.
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StuttgartDer Sportwagenbauer Porsche bleibt beim Absatz auf Rekordkurs, verspricht aber keinen Gewinnzuwachs. Von Januar bis August verkaufte die VW-Tochter rund 107.000 Fahrzeuge weltweit – so viele wie nie zuvor und 15 Prozent mehr als im Vorjahr. „Porsche ist in sämtlichen Regionen stärker gewachsen als der Gesamtmarkt“, sagte Vorstandschef Matthias Müller am Donnerstag in Stuttgart. Auch für das Gesamtjahr sei mit einem neuen Rekord von gut 150.000 Stück zu rechnen nach 143.000 im Vorjahr. Dennoch werde das Ergebnis nur auf Vorjahresniveau liegen, denn Porsche investiert kräftig in Deutschland. So soll das Stammwerk in Stuttgart für gut 700 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren ausgebaut werden.

Einen Absatzschub erhofft sich Porsche von seinem neuen Geländewagen Macan, der im November in den USA – und noch nicht auf der IAA in der kommenden Woche – vorgestellt wird. Dort warten die Stuttgarter mit der Premiere des 911 Turbo und des 918 Spyder auf. Mit einem Absatzpotenzial von 50.000 Stück im Jahr beim Macan ist dem Porsche-Chef zufolge das langfristige Ziel von 200.000 Fahrzeugen mindestens schon 2016 und damit zwei Jahre früher als bisher angestrebt zu erreichen. Voraussetzung sei aber, dass das globale wirtschaftliche Umfeld stabil bleibe – denn nicht nur die Schuldenkrise in Europa und das schwächere Wachstum in China verdüsterten die Aussichten.

„Wir fahren nach wie vor auf Sicht - jetzt haben wir auch noch das Thema Syrien am Hals“, sagte Müller. Solche Konflikte könnten sich auf den Geldbeutel der Kunden auswirken. Beim G-20-Gipfel in Russland laufen gerade die Bemühungen um diplomatische Schritte zum Ende des Konflikts auf Hochtouren, in den US-Präsident Barack Obama nach dem jüngsten Chemiewaffen-Einsatz militärisch eingreifen will.

Vorsichtig blieb der Porsche-Chef trotz des Absatzrekords auch mit Blick auf das Ergebnis. Er sei zuversichtlich, das Vorjahresniveau halten zu können, als das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern 2,4 Milliarden Euro betrug. Ein Grund für die Stagnation ist ein schon angelaufenes Investitionsprogramm von 1,5 Milliarden Euro. Am Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen wurde die Fläche durch einen Grundstückszukauf in den vergangenen Jahren verdoppelt. Die Produktionskapazitäten sollen erweitert und ein neues Ausbildungszentrum errichtet werden. Auch das Werk in Leipzig, wo der Macan künftig gefertigt werden soll, und das Entwicklungszentrum in Weissach wurden ausgebaut. Das Ergebnis werde außerdem vom Modellwechsel beim Hybrid-Wagen Panamera belastet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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