Trotz Absprachen
Finnen machen ehemaliges Thyssen-Werk früher dicht

Zwei Jahre früher als geplant macht der finnische Konzern Outokumpu nun doch das ehemalige Thyssen-Krupp-Werk in Bochum dicht. Die NRW-Regierung wirft dem Unternehmen Vertragsbruch vor.
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DüsseldorfNicht mal ein Jahr nach der Übernahme des Thyssen-Krupp -Edelstahl-Geschäftes will der Outokumpu -Konzern von früheren Zusagen nichts mehr wissen und sein Werk in Bochum früher schließen. In Europa sollen nun 3500 statt 2500 Stellen wegfallen, kündigten die Finnen am Dienstag an. Das Werk in Bochum mit 450 Beschäftigten werde 2014 dichtgemacht und nicht erst Ende 2016. Der Konzern verwies auf Überkapazitäten und den Preisdruck. Die IG Metall und auch die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft reagierten empört. „Dieses Verhalten verstößt gegen die Unternehmenskultur in diesem Land“, kritisierte die SPD-Politikerin.

Die Marktlage habe sich seit der Ankündigung der Übernahmepläne 2012 deutlich geändert, erklärte Outokumpu-Chef Mika Seitovirta in einer Telefonkonferenz. Neben den Überkapazitäten machten den Herstellern in Europa auch die zunehmenden Importe aus Asien zu schaffen. Durch den von den Kartellbehörden geforderten Verkauf des Werks im italienischen Terni fielen zudem geplante Synergieeffekte niedriger aus als geplant. "Unsere Kostenbasis ist in Europa zu hoch." Er wisse, dass die Ankündigung für die Beschäftigen in Bochum eine schlechte Nachricht sei. Er hoffe aber, eine Lösung mit den Arbeitnehmervertretern zu erreichen. Erste Gespräche habe es bereits gegeben.

Die IG Metall reagierte prompt. „Die Ankündigungen von Outokumpu würden den Bruch der geltenden Tarifverträge bedeuten, davor kann ich den Vorstand nur warnen“, sagte NRW-Bezirksleiter Knut Giesler. Managementfehler einzig auf die Beschäftigen abzuwälzen, gehe nicht. Alle wirtschaftlichen Probleme seien bereits beim Abschluss der Tarifverträge bekannt gewesen. „Diese gültigen Verträge sind schlicht und klar einzuhalten. Was das Unternehmen jetzt vorhat, ist die pure Provokation. Das werden wir nicht hinnehmen.“

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