Trotz boomender Nachfrage
Salzgitter sagt sinkende Stahl-Preise voraus

Der Stahl- und Röhrenkonzern Salzgitter sieht trotz anhaltenden Stahlbooms derzeit kaum Spielraum für weitere Preiserhöhungen.

HB BRAUNSCHWEIG. „Vielmehr ist eher mit hier und dort leicht nachgebenden Verkaufspreisen im laufenden und kommenden Quartal zu rechnen“, sagte der Chef des zweitgrößten deutschen Stahlkonzerns, Wolfgang Leese, am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Braunschweig. „Mittelfristig bleibt die weltweit hohe Stahlnachfrage bestehen“, prognostizierte er.

Die im Nebenwerte-Index MDax notierte Salzgitter-Aktie legte um gut zwei Prozent zu auf 18,49 Euro. Das Rekordergebnis im ersten Quartal 2005 sei kaum noch zu überbieten, sagte Leese. Dank des weltweiten Stahlbooms, der vor allem von der starken Nachfrage Chinas herrührt, hatte Salzgitter im Auftaktquartal vor Steuern 254 (Vorjahreszeitraum: 26) Millionen Euro verdient. Der Umsatz war um 36 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro gestiegen.

„Die Ergebnisse der Folgequartale werden die vielleicht nur kurzfristig etwas eingetrübte Stahlmarktlage in Europa und insbesondere in Deutschland reflektieren, ohne dass wir deswegen unruhig werden müssen“, fügte Leese hinzu. Für das laufende Geschäftsjahr bekräftigte er die Geschäftsprognose. Demnach rechnet der Konzern mit einem Vorsteuerergebnis im mittleren dreistelligen Millionenbereich, die Schwankungsbreite liege jedoch ebenfalls im dreistelligen Millionenbereich.

2004 hatte Salzgitter einen Vorsteuergewinn von 323 Millionen Euro erzielt. Trotz dieses Rekord-Ergebnisses soll die Dividende lediglich um 15 auf 40 Cent steigen, was bei Aktionären zum Teil auf Kritik stieß. Leese begründete die Höhe der Dividende damit, dass für die Ausschüttung von 47 Millionen Euro für 2002 kräftig in die Reserven gegriffen werden musste. Eine Vertreterin der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) sagte, die Dividende dürfe auch bei der hervorragenden Kursentwicklung nicht aus den Augen verloren werden.

Zu möglichen Übernahmen sagte Leese, es gebe einige Ideen und Projekte für Akquisitionen. „Sie sind aber völlig offen in ihrem Ausgang.“ Salzgitter selbst ist durch eine Sperrminorität des Landes Niedersachsen geschützt, das 25,2 Prozent der Anteile hält. „Das sichert jede unfreundliche Übernahme ab“, sagte Leese. Das Land habe versichert, bis mindestens 2010 die Sperrminorität zu halten.

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