Trotz gestiegener Futterkosten
Schweinefleisch bleibt vorerst preiswert

Eigentlich müssten nach den diesjährigen Ernteausfällen beim Weizen auch die Preise für Schlachtschweine langsam anziehen, denn Schweinefutter besteht zu mehr als der Hälfte aus teurem Getreide. Doch auch in der letzten Oktoberwoche waren die Preise weiter rückläufig.

ire Ausschlaggebend war das immer noch reichliche Schweineangebot. Dem standen auf der anderen Seite stockende Vermarktungsmöglichkeiten für Schweinefleisch gegenüber. Die drastisch gestiegenen Futterkosten führen nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes (DBV) dazu, dass die Ferkelerzeuger unter den Landwirten derzeit ums Überleben kämpfen. Statt kostendeckender Erlöse von rund 65 Euro pro Ferkel erzielen sie derzeit durchschnittlich nur wenig mehr als 30 Euro. Der DBV appelliert an den Handel, der Hackfleisch und Schweineschnitzel gerne als Lockvogelangebote auf seinen wöchentlich verteilten Handzetteln einsetzt, das Fleisch nicht weiter unter den Produktionskosten zu verkaufen.

Darüber hinaus fordert Franz-Josef Möllers, Vizepräsident des DBV und Vorsitzender des DBV-Fachausschusses für Schweinefleisch, von der Bundesregierung, die bisher verschlossenen Exportmärkte nach China und anderen asiatischen Ländern schnellstmöglich zu öffnen. „Wir brauchen endlich konkrete Lieferabkommen“, sagt Möllers.

Wegen des reichlichen Angebots an Schweinefleisch – beispielsweise erzeugen die Schweinemäster im benachbarten Dänemark ein vielfaches der im eigenen Land benötigten Fleischmenge – rechnen die Marktexperten der ZMP mit einem deutlichen Anstieg der Schweinepreise erst zur Jahresmitte 2008. Dann werden auch erst die Auswirkungen des so genanten „Schweinezyklus“ zu spüren sein. Denn die Mäster haben begonnen die Sauen zu schlachten – und damit bleiben die viele Ferkelställe vorerst leer, was aber erst in einigen Monaten zu einem knapperen Angebot an Schweinfleisch führen kann. Erst dann könnten sich steigende Preise beispielsweise auch auf das Angebot von Wurstherstellern wie Zimbo, Herta oder Rügenwalder auswirken.

Von einem Export nach China versprechen sich die ZMP-Fachleute lediglich eine Mengenentlastung des Marktes. Denn die chinesischen Partner sind ebenfalls für harte Preisverhandlungen bekannt.

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