Trotz Gewinnsteigerung
Anlagenbauer Gea bleibt vorsichtig

Zwar hat der Anlagenbauer im zweiten Quartal seinen Gewinn deutlich steigern können - für das Gesamtjahr bleibt man bei Gea dennoch vorsichtig. Die Auftragseingänge seien zurückgegangen, so das Unternehmen.
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DüsseldorfDie weltweite Konjunkturabkühlung macht dem Anlagenbauer Gea immer mehr zu schaffen. Der Konzern bekräftigte am Montag nach einem Umsatz- und Gewinnanstieg im zweiten Quartal zwar seine Prognose. Vorstandschef Jürg Oleas stellte diese aber unter den Vorbehalt, dass sich die Rahmenbedingungen nicht weiter verschlechtern. Von April bis Ende Juni musste der Konzern bei den Auftragseingängen bereits Einbußen hinnehmen. Selbst das wichtige Asiengeschäft zeigt Bremsspuren. Damit spiegelt nun auch Gea den Trend im gesamten deutschen Maschinenbau wider, der bereits seit Ende vergangenen Jahres unter einer gebremsten Nachfrage leidet.

"Im zweiten Quartal 2012 haben sich im Vergleich zum Jahresbeginn viele Wirtschafts- und Konjunkturindikatoren weiter verschlechtert", erläuterte Gea-Chef Oleas. Das Unternehmen habe im Vergleich zum Jahresauftakt auch weniger Großaufträge verbucht. Daran änderten auch größere Bestellungen von einer Brauerei in Irland, für eine Milchpulveranlage in Singapur oder ein Kraftwerksauftrag aus dem Irak nichts.

Neben Europa und den USA mehrten sich die Anzeichen für ein schwächeres Wachstum in wichtigen Schwellenländern wie China, Brasilien und Indien. Insgesamt schrumpften die Bestellungen im Quartal um 4,2 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Dank des starken Jahresauftakts liegt das Plus zum Halbjahr aber noch bei fast neun Prozent und damit über der Jahresprognose, derzufolge Gea ein Auftragsplus von mindestens fünf Prozent anstrebt.

Der Auftragseingang sei unter den Erwartungen ausgefallen, hieß es in einem Markkommentar der DZ-Bank. Vor allem die Bestellungen aus Asien seien schwächer ausgefallen. In Asien schrumpften die Bestellungen um 18 Prozent, in Westeuropa um sechs Prozent und in Nordamerika sogar um 20 Prozent. Der auf die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie spezialisierte Konzern teilt damit das Schicksal der Branche. Im Mai waren die Aufträge im deutschen Maschinenbau den siebten Monat in Folge zurückgegangen. Die Zahlen für Juni legt der Branchenverband VDMA am Mittwoch vor.

Die im MDax gelistete Gea-Aktie legte dennoch zeitweise über ein Prozent zu. Dank der guten Auftragslage zum Jahresanfang kletterten im zweiten Quartal die Erlöse um 3,1 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro und der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sogar um 41 Prozent auf rund 112 Millionen Euro. Mit einem Umsatzplus von elf Prozent nach sechs Monaten liegt Gea gut im Rennen, um den für 2012 angestrebten Erlösanstieg von mindestens fünf Prozent zu erreichen.

Deutlich verbessern muss Oleas jedoch die Rendite. 2012 will er die um die Einmaleffekte der Sparte Food Solutions bereinigte operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) mindestens auf dem Vorjahresniveau von 9,7 Prozent halten. Nach einem halben Jahr liegt der Wert bei 7,3 (Vorjahr: 7,5) Prozent. Nicht eingerechnet sind dabei die zum Jahresanfang angefallenen Sonderbelastungen von über 35 Millionen Euro im neuen Geschäft mit Maschinen für die Marinierung, Weiterverarbeitung und Verpackung von Lebensmitteln. Gea hatte dort die Einschätzungen nach unten korrigieren müssen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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