Trotz größeren Wettbewerbs
Krasse Unterschiede in der EU bei Autopreisen

Die von der EU-Kommission in Gang gesetzte Stärkung des Wettbewerbs auf dem Automarkt hat bislang nicht zu einer nennenswerten Angleichung der Preise geführt. Das teilte die Brüsseler Behörde am Freitag mit.

dpa BRÜSSEL. Noch immer gibt es demnach krasse Unterschiede bei den Fahrzeugpreisen ohne Steuern, wobei Deutschland weiterhin an der Spitze liegt. Bis zu 42 Prozent sind Autos in Deutschland teurer als im billigsten EU-Land.

Die neuen EU-Vorschriften für mehr Wettbewerb auf dem Automarkt werden allerdings bis Oktober 2005 noch durch Übergangsregelungen eingeschränkt. Die Konkurrenz soll nach Brüsseler Vorstellungen unter anderem durch die Freiheit der Händler gefördert werden, mehrere Marken anzubieten oder Verkaufsstellen außerhalb ihres bisherigen Gebiets zu eröffnen.

Nach der jetzt von der Kommission vorgelegten Übersicht zum Stichtag 1. Mai ist die durchschnittliche Preisspanne seit dem Vorjahresbericht von 10,6 nur auf 8,6 Prozent gesunken. „Der größte Preisabstand wurde beim Fiat Seicento festgestellt, der in Österreich um 45,5 Prozent teurer ist als in Spanien“, schreibt die Kommission. „Ein Volkswagen Passat kann in Deutschland 4600 Euro mehr kosten als in Griechenland.“

Teuerster EU-Automarkt ist Deutschalnd

Deutschland und in geringerem Ausmaß Österreich sind nach diesem Bericht die teuersten Automärkte in der EU. In Deutschland sind 35 der 91 von der EU überprüften Modelle am teuersten.

Die größten Preisspannen innerhalb der eigenen Modellpalette gibt es nach den Untersuchungen der EU-Kommission beim PSA-Konzern (Peugeot, Citroën) und der Volkswagengruppe (VW, Audi, Seat, Skoda). Einige Hersteller, darunter BMW, DaimlerChrysler und General Motors (Opel/Vauxhall, Saab) begrenzten die Unterschiede innerhalb der Länder mit der Euro-Währung auf 20 Prozent.

Die EU-Kommission stellt ihre Marktbeobachtung auf die von Händlern gemeldeten empfohlenen Einzelhandelspreise vor Steuern ab. Einerseits durch Preisvorteile, die die Händler gewähren, andererseits durch Steuern ergeben sich für den Käufer andere Endpreise. So ist der erwähnte VW Passat in Griechenland einschließlich der Steuern nur noch 2500 Euro billiger als in Deutschland. In Finnland ist dasselbe Fahrzeug vor Steuern rund 3000 Euro billiger als in Deutschland, inklusive der Steuern aber mehr als 5000 Euro teurer.

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