Trotz hoher Spritpreise
US-Automarkt erholt sich weiter

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Frankfurt/DetroitAmerikaner kaufen trotz steigender Spritkosten wieder mehr Autos.

Mercedes-Benz, Weltmarktführer Toyota und die großen US-Autobauer meldeten am Dienstagabend deutlich höhere Absatzzahlen für Februar.

Mercedes-Benz USA verkaufte mit 16.176 Fahrzeugen gut fünf Prozent mehr als vor einem Jahr. „Das ist das höchste Verkaufsvolumen in einem Februar seit 2008“, teilte der Stuttgarter Konzern mit.

Die Konkurrenz legte allerdings noch stärker zu. General Motors(GM) steigerte die Verkäufe im Februar um 46 Prozent, Toyota um 42, Ford um 14 und Chrysler um 13 Prozent. Die hohen Zuwachsraten sind allerdings auch auf die relativen geringen Vorjahreswerte zurückzuführen, als die US-Wirtschaft noch in der Krise steckte.

Die kürzlich an die Börse zurückgekehrte Opel-Mutter GM kurbelte ihre Verkäufe zudem durch Rabattaktionen an.  Analysten gehen davon aus, dass der Auto-Absatz in den USA  branchenübergreifend im Februar um rund 20 Prozent gestiegen ist - obwohl der Spritpreis in Amerika wegen der Unruhen in Nordafrika und im Nahen Osten zuletzt so stark anzog wie seit dem Wirbelsturm Katrina 2005 nicht mehr. „Verbraucher in den USA reagieren extrem sensibel auf den Ölpreis“, warnte Toyota-Vizepräsient Takeshi Uchiyamada. „Wenn der Öl-Preis steigt, verkaufen sich Hybrid-Fahrzeuge wie warme Semmeln und die Verkäufe von Geländewagen und Kleinlastern fallen.“

Bislang ließen sich die Kunden in den USA und Europa jedoch von den steigenden Ölpreisen nicht abschrecken.

Auch der Münchener Autobauer BMW hat im Februar auf dem US-Markt ein kräftiges Verkaufsplus verbucht. Die Auslieferungen der beiden Marken BMW und Mini stiegen im Vergleich zum Vorjahr zusammen um 10,8 Prozent auf 19 919 Fahrzeuge, wie das Unternehmen am Dienstag in Woodcliff Lake mitteilte. Für die britische Tochter Mini war es in den USA sogar der bislang beste Februar mit einem Plus von 22 Prozent auf 3503 Fahrzeuge. Die Kernmarke BMW steigerte ihren Absatz um 8,7 Prozent auf 16 416 Autos.

In Deutschland zog die Pkw-Nachfrage nach einem deutlichen Rückgang 2010 pünktlich zum Frühling wieder an: Seit Jahresanfang legten die Neuzulassungen nach Angaben des VDA um 16 Prozent zu.

Für die deutschen Autobauer, die 2010 vor allem dank steigenden Verkäufen in China und den USA wuchsen, gewinnt damit auch der Heimatmarkt wieder stärker an Bedeutung - zumal beim Export die Wachstumsraten nicht mehr so hoch ausfallen wie zuletzt. Im Februar erhöhten sich die Ausfuhren nur noch um neun Prozent.

Reuters/Dpa

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