Trotz Konjunkturkrise
General Electric steigert Quartalsgewinn um 18 Prozent

Konzernchef Jeff Immelt im Glück: GE setzt seinen guten Lauf fort. Im dritten Jahresviertel steigt das Ergebnis des schärfsten Konkurrenten von Siemens deutlich. Auch für den Rest des Jahres ist der Manager optimistisch.
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BostonGute Nachrichten mitten in der Schuldenkrise: Der US-Industriekoloss General Electric hat so viele Bestellungen wie noch nie in den Büchern stehen. „Wir sind mit einem Rekord-Auftragsbestand von 191 Milliarden Dollar aus dem Quartal gegangen“, sagte Konzernchef Jeff Immelt am Freitag am Firmensitz in Fairfield, das liegt im US-Bundesstaat Connecticut.

„Und wir bleiben zuversichtlich für unseren operativen Rahmen im Jahr 2011.“ Im Vorquartal hatten sich die Bestellungen auf 189 Milliarden Dollar summiert. Sie stiegen weiter trotz vieler Unkenrufe, die angesichts der überbordenden Schulden in Europa vor der Gefahr einer neuerlichen Rezession warnen. Doch zumindest die GE-Kunden scheinen sich von der Angst nicht anstecken zu lassen.

Das sind auch gute Nachrichten für den deutschen Rivalen Siemens, der mit den Amerikanern in Feldern wie der Windkraft, bei Kraftwerken oder Zügen konkurriert. Im dritten Quartal konnte GE seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent auf unterm Strich 2,3 Milliarden Dollar steigen.

Der Sprung wäre sogar noch höher ausgefallen, hätte das Unternehmen nicht dem legendären Finanzinvestor Warren Buffett seine milliardenschwere Finanzspritze aus Zeiten der Wirtschaftskrise zurückgezahlt. Ohne die Überweisung wären 3,2 Milliarden Dollar herausgekommen. Mit der Rückzahlung erspart sich GE aber künftige Zinszahlungen.

Der Umsatz stagnierte bei 35,4 Milliarden Dollar (25,7 Mrd Euro) - zwar brummte das Industriegeschäft, doch GE hatte die Mehrheit an seiner Fernsehtochter NBC verkauft. Die fällt damit weitgehend aus der Bilanz heraus. Vorbörslich stieg der Aktienkurs leicht. Siemens veröffentlicht seine Zahlen am 10. November.

Das Ergebnis fällt auch deshalb so hoch aus, weil die Finanzsparte GE Capital sich inzwischen wieder erholt hat. Während der Finanzkrise hatte die Sparte das Unternehmen erheblich belastet. Der Aktienkurs des erfolgsverwöhnten Traditionskonzerns fiel zwischenzeitlich auf unter sechs Dollar, weil Investoren fürchteten, dass sich GE mit seinem riesigen Kreditbuch existenzbedrohend verhoben haben könnte. Kein anderes Unternehmen hat im Zuge dieser Angstwelle im März 2009 mehr Börsenwert verloren als der Gigant aus dem kleinen US-Bundesstaat Connecticut.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Guten Tag,

    bitte achten Sie doch mehr auf die richtige Schreibweise des das oder des dass.Auszug aus Ihrem Artikel über GE:
    "dass mit 191 Milliarden Dollar an Bestellungen so umfangreich wie noch nie sei".
    Mit freundlichen Grüßen
    G.Roth

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