Trotz Krise in der Ukraine
Geschäfte von Autozulieferer Leoni laufen gut

Der Umsatz des deutschen Autozulieferers Leoni zeigen sich von der Krise in der Ukraine unbeeindruckt. Im Leoni-Werk im Westen der Ukraine gebe es auch bei den Produktionsabläufen keinerlei Probleme, heißt es.
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MünchenTrotz der Ukraine-Krise laufen die Geschäfte des Autozulieferer Leoni in der Region gut. In der Ukraine fertigt der Konzern Kabelsätze für einen Hersteller, der in Westeuropa Autos baut, wie Vorstandschef Klaus Probst am Dienstag in einer Telefonkonferenz sagte.

„Die Ware geht außer Landes.“ Der Umsatz sei unbeeindruckt von der politischen Krise. In dem Werk im Westen der Ukraine gebe es aber auch in den Produktionsabläufen „keine nennenswerten Beeinträchtigungen“. Spürbar sei etwa, dass von den rund 5500 Mitarbeitern einige Männer zum Militär eingezogen worden seien. Die Belegschaft sei indes überwiegend weiblich und insgesamt „hoch motiviert“.

Das Binden von Bordnetzen wird in vielen Ländern von Frauen übernommen, die für diese Tätigkeit angelernt und meist mit geringen Stundenlöhnen honoriert werden. Bis zu vier Kilometer Kabel müssen für die Ausstattung eines Pkw von Hand zusammengesteckt werden; wegen der vielen unterschiedlichen Stromverbraucher im Auto gehen die Varianten in die Millionen.

Wegen des immensen Kostendrucks in der Fahrzeugbranche sind Zulieferer wie Leoni oder Konkurrent Dräxlmaier längst auf Niedriglohnländer in Osteuropa oder Nordafrika ausgewichen, um von dort aus westeuropäische Autowerke zu versorgen.

In Russland dagegen beliefert Leoni von zwei Standorten aus lokale Pkw- und Lkw-Hersteller. Die Abrufzahlen der Kundschaft seien niedriger als geplant, sagte Probst mit Blick auf die Talfahrt der Fahrzeugmärkte. Dies führe zu weniger Umsatz, der noch dazu vom schwachen Rubel in Euro umgerechnet werde. Trotzdem liege das Geschäft über dem Vorjahresniveau, auch wenn es sich nicht um Riesenvolumina handle.

Insgesamt bleibe die Nachfrage in der Autoindustrie hoch, sagte Probst, „sowohl in Europa als auch in Asien als auch in den USA“. Die Franken, die den Großteil ihres Geschäfts mit Fahrzeugherstellern machen, hatten nach einem Gewinnrückgang im dritten Quartal ihre Ergebnisprognose für 2014 gesenkt. Grund waren ungeplante Millionausgaben für den Produktionsanlauf in Mexiko, wo Bordnetze für einen deutschen Oberklasse-Hersteller gefertigt werden.

Rund 2000 Mitarbeiter wurden dort neu eingestellt und mussten erst geschult werden. Die Folge waren Fehler und Verzögerungen in der Produktion. Um die Bordnetze trotzdem pünktlich zum Kunden zu bringen, setzte Leoni teure Frachtflugzeuge ein. Im zweiten und dritten Quartal liefen so rund 15 Millionen Extra-Kosten auf. Auf die Frage, ob sich der Kunde, also der Autobauer, daran beteilige, antwortete Probst: „Schön wärs.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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