Trotz Krisenstimmung
Konzerne kaufen verstärkt eigene Aktien

Konjunkturprognosen hin oder her: Deutsche Aktiengesellschaften haben mehr Lust auf die eigenen Anteilsschein, als je zuvor. Es überrascht, wie wagemutig die Konzerne dabei im Vergleich zu US-Wettbewerbern vorgehen. Denn eigentlich heißt die Devise an der Börse derzeit: Geld zusammenhalten.

DÜSSELDORF. Ungeachtet trüber Konjunkturaussichten kaufen deutsche Unternehmen so viele eigene Aktien zurück wie nie zuvor. Gestern startete die Deutsche Börse ihr neues Programm, das Rückkäufe eigener Papiere im Wert von 400 Mill. Euro vorsieht. Auch der Automobilhersteller Daimler, der Energieriese Eon und der Mischkonzern Siemens nehmen Woche für Woche eigene Aktien im Wert von mehreren Hundert Millionen Euro vom Markt.

Nach Berechnungen des Handelsblatts kauften die 30 Dax-Konzerne 2008 bereits für elf Mrd. Euro eigene Aktien. Darüber hinaus laufen Programme im Wert von 20 Mrd. Euro.

Das Kalkül der Unternehmen: Weniger Aktien verknappen das Angebot und erhöhen den Gewinn pro Wertpapier – für Investoren eine der wichtigsten Kennziffern. Bereits 2007 hatten die Firmen im Deutschen Aktienindex mit 12,9 Mrd. Euro so viel Geld in Rückkäufe gesteckt wie noch nie.

Dem Dax gehen auf diesem Weg 2008 netto fast zwei Prozent seiner Kapitalisierung verloren. Das ist in etwa so, als ob der Handelskonzern Metro verschwindet und sich der tägliche Handel bei gleicher Nachfrage nur noch auf 29 Unternehmen beschränkt.

Der Trend überrascht, weil vor allem bei Firmen im Ausland angesichts der Finanzkrise und explodierender Rohstoffpreise die Unsicherheit wächst und Finanzmittel lieber vorgehalten werden.

Im größten Rückkaufland USA agieren die Konzerne deshalb sehr zurückhaltend. Im ersten Quartal sank die Quote gegenüber dem Vorquartal um 20 Prozent. Das ist der stärkste Einbruch seit 2003.

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