Trotz Kürzungen
US-Rüstungsriese Lockheed baut den Gewinn aus

Obwohl weltweit die Rüstungsetats schrumpfen kann der US-Rüstungsriese Lockheed Martin seinen Gewinn weiter ausbauen. Doch nun muss ein wichtiges Zukunftsprojekt schnell zum Abschluss gebracht werden.
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Der US-Rüstungsriese Lockheed Martin hat seinen Gewinn trotz schwieriger Marktbedingungen um 4,4 Prozent gesteigert und hebt nun seine Gewinnprognose an. Der Gewinn stieg auf 781 Millionen Dollar, nach 748 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum – und übertraf damit die Analystenprognosen. Auch der Umsatz legte um 3,3 Prozent auf 11,9 Milliarden Dollar zu. Lockheed habe ein “sehr solides Quartal mit wachsenden Umsätzen und Gewinnmargen über unseren Erwartungen hingelegt”, sagt Joel Levington, Analys bei Brookfield Investment Management.

Lockheed-Chef Robert Stevens hatte sich bis zuletzt gegen eine Kürzung des US-Rüstungsbudgets gewehrt und damit gedroht 10.000 Mitarbeiter zu entlassen, wenn die Kürzungen wie geplant umgesetzt werden. Im Januar will der 60-Jährige Lockheed verlassen. Sein Nachfolger wird Chris Kubasik (51). Da die Kürzungen erst 2013 beschlossen werden können, wird er wohl der wichtigste Verhandlungsführer für Lockheed.

Die US-Regierung hatte angekündigt, innerhalb von zehn Jahren rund 500 Milliarden Dollar im Rüstungsbudget einsparen zu wollen – zusätzlich zu Einsparungen von 487 Milliarden Dollar, die ohnehin eingeplant waren.
Die Unsicherheit bezüglich des US-Rüstungsbudgets bleibt die größte Unsicherheit für Lockheed. Darum konzentriert will der größte Rüstungskonzern der Welt künftig darauf konzentrieren, die Kosten zu senken, sagte Stevens bei der Präsentation der Quartalszahlen.

Besonders beim F-35 Joint Strike Fighter wächst der Druck auf Lockheed. General Mark Walsh, der als Favorit des Präsidenten als Chef der Air Force gilt, sagte zuletzt, dass die Produktion des Prestige-Kampffliegers nicht so schnell vorangehe wie erwartet. Die Bestellungen des F-35 hatten im zweiten Quartal um 200 Millionen Dollar zugelegt. Der Umsatz der Luftfahrtsparte wuchs um 18 Millionen Dollar, oder weniger als ein Prozent, auf 3,4 Milliarden Dollar. Das schwache Wachstum führt der Rüstungsriese vor allem auf einen Streik in einem wichtigen Werk in Texas zurück. Der Profit der Sparte wuchs dagegen um 14 Prozent auf 454 Millionen Euro.

Das Geschäft mit elektronischen Sicherheitssystemen, insbesondere im Raketenabwehrbereich und bei Kampfschiffen, wuchs um 2,3 Prozent auf 3,87 Milliarden Dollar. Der Profit stieg um zehn Prozent auf 526 Millionen Dollar.

Durch das Geschäft mit zivilen Satelliten gehört die Weltraum-Sparte des Konzerns zu den Umsatztreibern des Konzerns. Insgesamt kamen die Space Systems auf einen Umsatz von 2,38 Milliarden Dollar - rund 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz der Sparte wuchs um 7,2 Prozent auf 282 Millionen Euro.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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