Trotz Kundenwunsch
Rolls Royce zögert mit dem SUV

Luxushersteller drängen in das boomende Segment der Möchtegern-Geländewagen. Auch die BMW-Tochter Rolls Royce beschäftigt das Thema. Den Chef plagen aber Zweifel, ob sich das mit der Tradition vereinbaren lässt.
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FrankfurtDer Luxusautobauer Rolls-Royce erwägt den Bau eines Geländewagens. „Das durchdenken wir gerade“, sagte Vorstandschef Torsten Müller-Ötvös am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters auf der Automesse IAA. Es gebe keine Pläne, lediglich erste Zeichnungen, wie eine SUV-Version der britischen Superluxusmarke aussehen könnte. „Da ist nichts entschieden“, ergänzte er.

Das Geländewagensegment sei ein Wachstumsmarkt und werde sich auch im Luxusbereich etablieren. Auch die zum VW -Konzern gehörenden Edelmarken Bentley und Lamborghini arbeiten an Geländewagen-Versionen, um dem Hunger der betuchten Kundschaft nach neuen, andersartigen Modellen nachzukommen.

Dass andere Hersteller hier schon weiter sind, lässt den Rolls-Royce-Chef kalt. „Es gibt keine Hetze, keine Hektik - null.“ Die Kunden von Rolls-Royce hätten viele Autos in der Garage, da gehe es nicht darum, sich entweder das eine oder andere Modell zuzulegen. „Wenn das Auto gut gefällt, wird es gekauft.“

Der Wunsch nach einem Geländewagen tauche bei den Kunden immer wieder auf, sagte Müller-Ötvös. Die Frage, ob man sich das 109 Jahre alte britische Traditionslabel in diesem Segment vorstellen kann, werde intern genau geprüft. „So eine Marke kann man ganz schnell kaputt machen.“

Für 2013 kündigte der Chef der BMW -Tochter Zuwächse beim Absatz an. „Ich bin vorsichtig optimistisch, dass wir wieder ein weiteres Rekordjahr machen.“ 2012 verkaufte Rolls-Royce rund um den Globus 3575 seiner Luxuslimousinen, von denen die günstigsten mehr als 200.000 Euro kosten. Rund 30 Prozent der Fahrzeuge verkauft Rolls-Royce in den USA, 28 bis 29 Prozent in China, 20 Prozent im arabischen Raum. Im nächsten Jahr werde Rolls-Royce „die 4000er-Marke schaffen“, sagte Müller-Ötvös.

Langfristig könne das Wachstum nicht unbegrenzt weiter gehen, um die Exklusivität nicht zu gefährden. „Wir wollen nicht sechs-, sieben-, acht-, neun-, zehntausend Autos bauen.“ Die Kunden schätzten es schließlich, etwas absolut Einzigartiges zu besitzen und wollten nicht „an jeder Straßenecke, nicht an jeder Ampel“ einen Rolls-Royce sehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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