Trotz laufendem Gerichtsverfahren
Eon-Hanse will Gaspreise weiter erhöhen

Die norddeutsche Eon-Tochter Eon Hanse will ihre Gaspreise trotz eines laufenden Gerichtsverfahrens bereits im Januar erneut anheben. Grund für die Anhebung seien steigende Bezugskosten. Dabei hat das Unternehmen seine Gaspreise in diesem Jahr bereits mehrfach angehoben.

HB HAMBURG. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ eine berichtet, aus firmeninternen Unterlagen gehe hervor, dass der Preis für die rund 500 000 Privatkunden in und um Hamburg nächstes Jahr in zwei Schritten um 0,9 Cent pro Kilowattstunde angehoben werden soll. Das entspricht einer Steigerung von rund 20 Prozent.

Besitzer von Einfamilienhäusern mit einem Verbrauch von etwa 34 000 Kilowattstunden müssten sich dann auf Bruttomehrkosten von rund 350 Euro pro Jahr einstellen. Für Normalabnehmer mit einem Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden wären es immer noch über 200 Euro mehr, die sie an den Eon-Ableger überweisen müssten. Begründet werde die neue Tariferhöhung mit gestiegenen Einkaufspreisen für Gas.

Möglicherweise werde Eon sogar die für Januar und April geplanten Erhöhungen zusammenfassen und den Preis bereits zum 1. Januar 2006 um volle 20 Prozent anheben. Darüber, heißt es in dem Bericht, sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Es könnte sein, dass Eon zunächst den Ausgang des schwebenden Verfahrens vor dem Landgericht Hamburg abwartet. Dort hatten aufgebrachte Kunden schon gegen die jüngste Preiserhöhung geklagt und einen Teilerfolg errungen. Das Gericht forderte Eon auf, seine Preiskalkulation bis Mitte November offen zulegen.

Der Prozess von 54 Hamburger Gaskunden - mit Unterstützung der Verbraucherverbände - gegen Eon-Hanse hatte bundesweit große Aufmerksamkeit erregt, da sich es um die erste Sammelklage im Zusammenhang mit Gaspreiserhöhungen handelt. Zuvor hatten Gerichte in mehreren Bundesländern bei Einzelklagen gegen die Preisgestaltung von Gasversorgern in erster Instanz teils für und teils gegen die Unternehmen entschieden. Bundesweit weigern sich nach Angaben der Verbraucherverbänderund 500 000 Gaskunden, ihrer Ansicht nach überhöhte Rechnungen zu zahlen.

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