Trotz Massenrückrufen
GM gibt mit neuem Verkaufsrekord Gas

Den Zahlen haben die Massenrückrufe bei GM scheinbar nicht geschadet. Die Opel-Mutter steigerte ihre globalen Verkäufe auf dem Heimatmarkt. Die Konkurrenz behielt aber trotzdem die Nase vorn.
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DetroitDer größte US-Autohersteller General Motors hat im vergangenen Jahr so viele Fahrzeuge weltweit verkauft wie nie zuvor. Die Opel-Mutter meldete am Mittwoch in Detroit einen Gesamtabsatz von 9,9 Millionen Autos und Trucks für 2014 - zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Für einen Branchenrekord reicht es damit aber nicht - Wettbewerber Volkswagen hat zum ersten Mal die Marke von zehn Millionen verkauften Fahrzeugen geknackt. Auch dem Weltmarktführer Toyota dürfte dies gelingen, die Zahlen der Japaner werden in der nächsten Woche erwartet.

GM steigerte seine Verkäufe in China um zwölf Prozent und in den USA um fünf Prozent. In Südamerika und Europa schwächelten die Geschäfte hingegen. Die deutsche Tochter Opel hatte ihre Zahlen bereits vergangene Woche veröffentlicht und ein Plus von drei Prozent zum Vorjahr auf gut eine Million verkaufte Autos in Europa bekanntgegeben, was vom Konzern als großer Erfolg gewertet wird. „Die voranschreitende Revitalisierung bei Opel hat uns zu einem weiteren Rekordjahr verholfen“, sagte GM-Chefin Mary Barra.

General Motors musste Anfang vergangenen Jahres 2,6 Millionen Autos aus den Jahren 2003 bis 2011 zurückrufen, weil die Zündschlösser während der Fahrt in die Aus-Position springen können. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, die Lösung des Problems verschleppt zu haben. GM hatte im Dezember mehr als 40 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Defekt eingeräumt, nachdem anfänglich nur von 13 Toten die Rede war.

Als Reaktion auf die Affäre hatte Barra eine Qualitätsüberprüfung bei GM-Modellen veranlasst, die weitere Rückrufe zur Folge hatte. Der Konzern holte seit Jahresbeginn 2014 weltweit mehr als 30 Millionen Autos wegen verschiedener Mängel in die Werkstätten. Besonders betroffen ist der nordamerikanische Markt.

Im Mai hatte GM wegen der verspäteten Rückrufe die Zahlung einer Geldbuße von 35 Millionen Dollar an die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA akzeptiert. Am Mittwoch teilte der Konzern mit, im vergangenen Jahr Entschädigungen in Höhe von gut 1,8 Milliarden Dollar (1,52 Milliarden Euro) ausbezahlt zu haben. Weitere 1,2 Milliarden Dollar seien für Zahlungen an Opfer und deren Angehörige in diesem Jahr zurückgelegt worden.

Der Entschädigungsfonds wird von dem Staranwalt Kenneth Feinberg verwaltet. Mitte Dezember hatte Feinberg mitgeteilt, dass seit August mehr als 2300 Forderungen eingegangen seien. GM zahlt für jedes Todesopfer mindestens eine Million Dollar, für hinterbliebene Ehepartner und Unterhaltsberechtigte fließen je 300.000 Dollar. Dazu kommen weitere Entschädigungszahlungen für erlittene Verletzungen. Die Frist für Antragsteller läuft Ende Januar ab.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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