Trotz Milliardenverlust
GM setzt auf Schuldenabbau und baldige Wende

Weniger Verlust, aufgefüllte Kasse, rasanter Schuldenabbau: der Opel-Mutterkonzern General Motors geht in die Verhandlungen über ein neues Zukunftskonzept für den Rüsselsheimer Autobauer mit neu gewonnener Stärke. Zumindest fühlt man sich in Detroit so. Auch ein Quartalsverlust in Milliardenhöhe kann GM dabei nicht aus der Fassung bringen.
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NEW YORK/FRANKFURT. Zumindest fühlt man sich in Detroit so. Zwar schreibt der größte US-Autokonzern vier Monate nach dem Ausstieg aus einem staatlich kontrollierten Konkursverfahren weiterhin hohe Betriebsverluste in den USA und Europa. Allerdings seien die Cash-Reserven bis Ende Oktober um 3,3 Mrd. Dollar gestiegen, wie GM am Montag mitteilte.

Der Konzern verfügt eigenen Angaben zufolge über Liquidität in Höhe von 42,6 Mrd. Dollar und will im Dezember beginnen, seine hohen Schulden gegenüber den Regierungen Nordamerikas und Kanadas in kleinen Scheibchen abzutragen. Allein beim amerikanischen Steuerzahler steht GM mit 50 Mrd. Dollar in der Kreide. Fortan sollen quartalsweise je eine Mrd. Dollar an die US-Regierung sowie 200 Mio. Dollar an Kanada zurückfließen, kündigte der Konzern am Montag an.

Es gebe noch viel zu tun, aber die jüngsten Quartalszahlen würden belegen, dass der neue GM-Konzern auf "solidem Fundament" gebaut sei, sagte Vorstandschef Fritz Henderson. Dabei verkaufte er einen Verlust von 1,15 Mrd. Dollar im dritten Quartal als "Zeichen von Stabilität", nachdem GM seit Anfang 2005 Nettoverluste von rund 90 Mrd. Dollar angehäuft hatte. Mit einer "gesünderen Bilanz und einer wettbewerbsfähigen Kostenstruktur" werde GM jetzt versuchen, auf der Umsatzseite wieder zu wachsen.

Mit aller Macht versucht GM damit, Gesundung zu signalisieren, obwohl die vorgelegten Zahlen mit äußerster Vorsicht zu genießen sind. GM räumte ein, dass sie nur schwer mit früheren Ergebnissen vergleichbar seien und nicht komplett auf gängigen Bilanzregeln basierten. Der ausgewiesene "betriebswirtschaftliche" Verlust könnte zudem diverse Sondereffekte ausklammern.

Klarheit herrscht dahingehend, dass GM derzeit allenfalls der wachsende chinesische Markt Freude bereitet. Der Verlust im Nordamerika-Geschäft wurde mit 651 Mio. Dollar angegeben, auch die Europa-Sparte liegt mit 400 Mio. Dollar weiterhin deutlich in den roten Zahlen. Dabei haben die staatlichen Abwrackprämien in den USA und Deutschland Schlimmeres verhindert.

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  • Es fehlt der Hinweis darauf, wie sich die Absatzzahlen in den ersten drei Quartalen des Jahres für Fahrzeuge der Marken Opel/Vauxhall entwickelt haben: 20% Rückgang von 1,2Mio. 2008 auf nun nur noch 963000 Fahrzeuge. Warum?

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