Trotz rauer Zeiten
Schraubenhändler Würth auf Rekordkurs

Der Schraubenhändler hat im ersten Halbjahr Spitzenwerte im Umsatz erreicht - und das trotz der schwachen Geschäfte in Spanien und Italien. Auch ohne „konjunkturellen Rückenwind“ soll es für Würth so weitergehen.
  • 0

StuttgartDer Schrauben- und Werkzeughändler Würth hat trotz des Geschäftseinbruchs in den Krisenstaaten Südeuropas in der ersten Hälfte dieses Jahres einen Umsatzrekord eingefahren und sein Ergebnis ausgebaut. Die Erlöse kletterten in den Monaten Januar bis Juni um 5,2 Prozent auf den Spitzenwert von fünf Milliarden Euro, wie Würth am Dienstag in Künzelsau bei Heilbronn mitteilte.

"Wir sind damit auf dem besten Weg, unser Umsatzziel von zehn Milliarden Euro in diesem Jahr zu erreichen und erneut einen Umsatzrekord aufzustellen", erklärte Konzernchef Robert Friedmann Bilanz. Die schwache Verfassung der südeuropäischen Märkte bügelte Würth mit kräftigen Umsatzzuwächsen in Süd- und Nordamerika wieder aus. In den ersten drei Monaten 2012 war der Umsatz des Handwerks- und Industrie-Lieferanten noch um knapp acht Prozent gewachsen.

Obwohl Würth in Spanien und Italien Federn lassen musste, stieg das Betriebsergebnis auf vergleichbarer Basis per Ende Juni um elf Prozent auf 205 Millionen Euro, da Würth die im Vorjahr erlittenen Verluste aus der inzwischen aufgegebenen Solarproduktion herausrechnete. "Gerade Spanien und Italien waren in der Vergangenheit sehr wichtige Umatz- und Ergebnisträger", sagte der Chef des 1945 gegründeten Konzerns.

"Der Einbruch dieser Volkswirtschaften ist für uns natürlich deutlich spürbar." Mit Neueinstellungen hielt sich das in mehr als 80 Ländern tätige Unternehmen daher in der ersten Jahreshälfte zurück: Die Belegschaft wurde nur vorsichtig um rund 500 Mitarbeiter auf knapp 66.000 Beschäftigte aufgestockt.

"Es wäre falsch zu behaupten, dass die Zeiten einfach sind", sagte Friedmann. "Denn dazu fehlt uns einfach der konjunkturelle Rückenwind." Zuletzt hatte Würth zwei kleinere Chemieunternehmen mit einen Umsatz von zusammen 60 Millionen Euro und 150 Beschäftigten erworben, um die Automobil- und Bauindustrie mit Klebstoffen, Korrosionsschutz und Dämmstoffen zu beliefern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Trotz rauer Zeiten: Schraubenhändler Würth auf Rekordkurs"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%