Trotz Rückschlags
Biotechfirma Evotec erwartet starkes Wachstum

Trotz des jüngsten Rückschlags bei der Entwicklung eines Medikamentes rechnet die Biotechfirma über Jahre hinweg mit einem kräftigen Wachstum. Vor allem ein neues Diabetespräparat ist Hoffnungsträger.
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MünchenDie Biotechfirma Evotec sieht ihre Wachstumspläne trotz eines herben Rückschlags bei der Medikamentenentwicklung nicht in Gefahr. Auch nach der kürzlich bekanntgegeben Einstellung eines zusammen mit Roche entwickelten Antidepressivums werde das Unternehmen 2011, 2012 und darüber hinaus jährlich um mindestens 15 Prozent wachsen, kündigte Firmenchef Werner Lanthaler am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Hamburg an. Im Mai habe die Firma Aufträge über 46 Millionen Euro in den Büchern gehabt, 53 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Evotec hatte im Mai eine Phase-II-Studie mit dem Präparat EVT 101 eingestellt, da die Suche nach geeigneten Probanden deutlich schwieriger lief als erwartet. Evotec-Aktien brachen darauf um mehr als zehn Prozent ein. Da Kooperationspartner Roche das finanzielle Risiko des Projekts trug und Evotec noch weitere Mittel mit anderen Partnern entwickelt, kann die Firma den Rückschlag nach Einschätzung von Lanthaler jedoch verkraften. EVT 101 war nach dem Diabetes-Mittel DiaPep277 das am weitesten entwickelte Medikament von Evotec.

DiaPep277 ist ein neuartiges Präparat zur Behandlung von Patienten des Diabetes Typ 1, das Evotec derzeit mit Andromeda Biotech und dem israelischen Generika-Riesen Teva erforscht. Daten einer Phase-III-Studie mit DiaPep277 seien im nächsten Jahr zu erwarten, teilte Evotec am Donnerstag mit. Das Mittel habe ein Marktpotenzial von mehr als 500 Millionen Dollar. Medikamente müssen vor einem Zulassungsantrag drei Phasen der klinischen Entwicklung erfolgreich durchlaufen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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