Trotz schwachen Generikageschäfts
Stada steigert Ergebnis

Der Generika-Hersteller Stada hat nach einem erwartungsgemäß schwachen Start ins Geschäftsjahr 2008 mit einem rückläufigen Generikaumsatz in Deutschland seinen Ausblick bekräftigt.

dpa-afx BAD VILBEL. Für 2008 und die kommenden Jahre sieht Vorstands-Chef Hartmut Retzlaff "unverändert gute Chancen, das nachhaltige operative Wachstum fortsetzen zu können." Nach den jüngsten Zukäufen will Stada die "aktive Akquisitionspolitik der letzten Jahre fortzusetzen", teilte der im MDax notierte drittgrößte Generikahersteller Deutschlands am Mittwoch in Bad Vilbel mit. An der Börse zeigte sich die Stada-Aktie nach dem bestätigten Ausblick in den ersten Handelsminuten mit einem Plus von 1,15 Prozent auf 43,15 Euro.

Im unverändert größten Segment, dem Generikageschäft, verbuchte Stada zwischen Januar und März einen marginalen Umsatzanstieg von 1 Prozent auf 269,4 Mill. Euro. In Deutschland sank der Umsatz mit den Nachahmermitteln wegen des schwierigen Umfeldes um fünf Prozent auf 109,4 Mill. Euro. Dennoch konnte Stada nach Daten des Branchendienstes IMS Health den Marktanteil am deutschen Generikamarkt von 10,8 auf 11,3 Prozent ausbauen. Insgesamt steuerte die Sparte in den ersten drei Monaten 67,5 Prozent zum Konzernumsatz bei.

Stada hat im ersten Quartal 2008 trotz eines schwierigen Marktumfeldes Umsatz und Gewinn erneut kräftig gesteigert. Angetrieben von den Zukäufen der vergangenen Jahre konnte Stada den Konzernumsatz um elf Prozent auf 399,0 Mill. Euro verbessern, während der Gewinn um 16 Prozent auf 31,3 Mill. Euro stieg. Das operative Ergebnis verbesserte sich im ersten Jahresviertel um 16 Prozent auf 56,6 Mill. Euro. Damit verfehlte Stada jedoch die durchschnittlichen Erwartungen der von dpa-AFX befragten Analysten, die operativ mit einem Anstieg auf 58,86 Mill. Euro und beim Konzerngewinn mit 33,63 Mill. Euro gerechnet hatten. Die Erwartungen für den Umsatz lagen im Schnitt bei 415,42 Mill. Euro.

Der Umsatz des Generika-Vertriebs-Labels, Stadapharm, das nach Restrukturierung des Vertriebs im 4. Quartal 2007 mit Entlassungen nun ohne Außendienst arbeitet, war im Auftaktquartal um 28 Prozent auf 50,0 Mill. Euro eingebrochen und lag damit unter den ursprünglichen Planungen des Konzerns. Das Vertriebs-Label Aliud Pharma, das traditionell ohne Außendienst im Markt auftritt und über zahlreiche Rabattverträge mit Krankenkassen verfügt, habe dagegen ein Umsatzplus von 38 Prozent auf 55,1 Mill. Euro ausgewiesen.

Konzernchef Retzlaff sieht 2008 unverändert gute Chancen, dass das deutsche Generika-Geschäft - ungeachtet des Umsatzrückgangs im ersten Quartal - insgesamt gegenüber dem Vorjahr wachsen wird. Voraussetzung sei, dass sich Aliud Pharma plangemäß weiter stark entwickele und Stadapharm im 2. Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres mit ausgebautem Rabattvertragsvolumen eine stabilere Umsatzsituation erreichen könne. Im Segment verzeichnete Stada im ersten Quartal ein operatives Ergebnis von 43,4 Mill. Euro (VJ: 46,2).

Stada bestätigte den traditionell vagen Ausblick: Danach sieht das Unternehmen unverändert "gute Chancen, dass Stada auch weiterhin in diesem herausfordernden Umfeld ein nachhaltiges operatives Wachstum erreichen kann und wir damit den erfolgreichen Wachstumskurs des Konzerns sowohl im laufenden Geschäftsjahr 2008 als auch in den kommenden Jahren fortsetzen können." 2007 profitierte Stada von der Entwicklung seiner größten Sparte, den Generika sowie von Zukäufen in Russland und Serbien. Der Umsatz erhöhte sich um 26 Prozent auf 1,57 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 19 Prozent auf 215,5 Mill. Euro, während der Konzern einen Gewinn von 105,1 Mill. Euro verbuchte. Unter Herausrechnung einmaliger Sondereffekte wies Stada 146,8 Mill. Euro aus.

Nach früheren Aussagen strebt Konzernchef Retzlaff für zukünftiges Wachstum bevorzugt in Osteuropa weitere Übernahmen an. "Die Türkei interessiert uns immer noch." Zukäufe seien auch in Polen oder der Ukraine möglich, hatte Retzlaff bei Vorlage der Bilanz 2007 gesagt. 2006 hatte Stada mit der Übernahme der serbischen Hemofarm für 494 Mill. Euro den größten Kauf der Unternehmensgeschichte gestemmt. Im August 2007 wurde die russische Pharmagruppe Makiz für rund 125 Mill. Euro übernommen.

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