Trotz Sparprogramm
Niedrige Faserpreise belasten Lenzing

Trotz eines umfangreichen Sparprogramms schließt der österreichische Faserhersteller Lenzing einen neuerlichen Ergebnisrückgang in diesem Jahr nicht aus. Die Aktie verliert daraufhin mehr als zwei Prozent.
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WienDer österreichische Textilfaserhersteller Lenzing stellt sich angesichts der niedrigen Faserpreise auf ein weiteres hartes Jahr ein. „Wir erwarten momentan keine Änderung des derzeitigen schwierigen Marktumfelds“, sagte Firmenchef Peter Untersperger am Freitag. Nach einem Gewinneinbruch im Vorjahr sei ein weiterer Ergebnisrückgang 2014 trotz eines umfangreichen Sparprogramms nicht auszuschließen.

Auch im ersten Quartal seien die Preise unverändert niedrig und eine Erholung „bis weit in 2014 hinein“ nicht in Sicht. Lenzing stellt Viskosefasern her, die zu Bekleidung, Bettwäsche, Wattepads oder Tampons weiterverarbeitet werden. Der Preis dafür orientiert sich an jenem für Baumwolle. Dieser ist aber wegen voller Lager in China und mehrerer guter Ernten auf Talfahrt.

Im vergangenen Jahr brach der operative Gewinn (Ebit) der Firma deshalb um knapp zwei Drittel auf 86 Millionen Euro ein. Unter dem Strich stand ein Plus von 50 Millionen Euro nach 181 Millionen Euro im Jahr davor. Die Aktionäre sollen dennoch eine unveränderte Dividende von 1,75 Euro je Papier erhalten.

Das habe der Vorstand trotz des absehbar weiter schwierigen Marktumfelds unter Abwägung der Interessen von Eigentümern, Kunden und Mitarbeitern entschieden, sagte Untersperger. Von der Auszahlung - insgesamt gut 46 Millionen Euro und damit fast der gesamte Gewinn - profitiert vor allem die österreichische Privatstiftung B&C, die gut zwei Drittel an der Firma hält. In sie hatte die Bank Austria vor Jahren ihre Industriebeteiligungen ausgelagert.

Angesichts der verhaltenen Aussichten drosselt Lenzing den Ausbau der Produktion. Die Kapazitäten würden nach dem rasanten Wachstumskurs der vergangenen Jahre bis auf die Erweiterung einer Spezialanlage in Österreich vorerst nicht gesteigert, sagte Untersperger. 2014 werde der Faserabsatz daher lediglich um fünf bis sechs Prozent wachsen - nach einem Plus von zehn Prozent im vergangenen Jahr. An der Börse verlor die Lenzing-Aktie am Freitag mehr als zwei Prozent an Wert.

Im Zuge des Ende 2013 ins Leben gerufenen Sparprogramms will der Konzern im laufenden Jahr 60 Millionen Euro sparen. Spätestens 2016 sollen die Kosten um jährlich 120 Millionen Euro sinken. Erreichen will Lenzing das unter anderem mit dem Abbau von 600 Stellen - der Großteil davon am Konzernstandort in Oberösterreich. Zudem will das Unternehmen die Material- und Sachkosten senken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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