Trotz Umsatz- und Gewinn-Plus
Beiersdorf enttäuscht Anleger

Beiersdorf hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Die steigenden Rohstoffpreise machen sich langsam aber auch in der Bilanz des Nivea-Herstellers bemerkbar. Daher will der Konzern nun seine Preise anheben.

HB HANNOVER. "Beiersdorf kann sich von den steigenden Preisen im weltweiten Rohstoffmarkt nicht abkoppeln und wird im nächsten Jahr seine Verkaufspreise dieser Entwicklung anpassen", sagte Firmenchef Thomas-Bernd Quaas am Dienstag in Hamburg. Steigerungen von Umsatz und Gewinn im Halbjahr gehen jedoch erst kaum auf Preisaufschläge zurück. Der Konzern habe bislang von neuen Strategien im Einkauf profitiert und daher Verteuerungen bei Rohstoffen weitgehend auffangen können. Die Preiserhöhungen sollen über alle Produkte und in allen Regionen erfolgen, sagte eine Sprecherin. Beiersdorf plant keinen weiteren Aktienrückkauf.

In den ersten sechs Monaten verbuchte der für die Marken Nivea, Tesa und Hansaplast bekannte Kosmetik- und Klebstoffhersteller ein um Wechselkursschwankungen und Zukäufe bereinigtes Umsatzplus von 8,3 Prozent auf 3,09 Mrd. Euro. Beiersdorf wachse mindestens doppelt so schnell wie der Markt und gewinne in den Wachstumsregionen Marktanteile hinzu, sagte Quaas. "Das deutsche Geschäft ist in einem schwierigen Markt wieder auf Wachstumskurs. In den USA konnten wir einen Strategiewechsel erfolgreich umsetzen und erneut hervorragendes organisches Wachstum erzielen."

Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) legte auf 407 (315) Mill. Euro zu. Um Sondereffekte - etwa Investitionen in den chinesischen Markt - bereinigt, wuchs der Betriebsgewinn um 12,7 Prozent auf 392 (373) Mill. Euro. Der Überschuss legte auf 292 (206) Mill. Euro zu. Die größte Geschäftssparte für Konsumartikel mit der Marke Nivea an der Spitze steigerte den Umsatz bereinigt um 8,6 Prozent auf 2,65 Mrd. Euro und erreichte eine bereinigte Umsatzrendite auf Vorjahresniveau von 13,5 Prozent. Im Segment Tesa stiegen die Erlöse um bereinigt 6,6 Prozent auf 442 Mill. Euro, die Umsatzrendite stagnierte bei elf Prozent.

Trotz eines Umsatz- und Gewinnanstiegs im ersten Halbjahr sind die Aktien von Beiersdorf am Dienstag eingebrochen. Die Papiere des Kosmetik-Hersteller bildeten mit einem Minus von 9,4 Prozent auf 37,32 Euro das Schlusslicht im Nebenwerte-Index MDax. Kepler-Analyst Lutz Grueten bezeichnete das Quartalsergebnis als enttäuschend. Das Ergebnis des zweiten Quartals sei deutlich hinter seinen Erwartungen zurückgeblieben.

Die Ebit-Marge für das zweite Quartal sei mit 12,6 Prozent deutlich unter der Markterwartung von 13,3 Prozent ausgefallen, sagten zudem Analysten der LBBW. Hierauf könnte der Markt enttäuscht reagieren. Das organische Wachstum habe mit 8,3 Prozent für das Halbjahr unter der LBBW-Erwartung von 9 Prozent, allerdings nur leicht unter dem Konsens von 8,4 Prozent gelegen. Hintergrund dafür seien zum Einen das offenbar schwächere Europa-Geschäft und die negative Entwicklung in den USA. Dort scheine Beiersdorf nicht voranzukommen, erklärt ein weiterer Analyst mit Blick auf die gesunkene Ebit-Marge.

Der Absatz im zweiten Quartal sei in Ländern wie Italien, Spanien oder Frankreich flau ausgefallen, bestätigte Firmenchef Thomas-Bernd Quaas am Dienstag in Hamburg. "Das Geschäft in Deutschland ist allerdings wieder auf Kurs."

Die Investitionen in chinesischen Markt werden zudem die Marge im Beiersdorf - Kernsegment Konsumartikel in diesem Jahr um 75 Basispunke belasten. Quaas bekräftigte jedoch, dass langfristig das China-Geschäft einen positiven Effekt auf die Geschäftsentwicklung haben werde.

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