Trotz Umsatzplus
Gewinn von Heidelberg Cement auf Talfahrt

Die hohen Preise für Energie und Rohstoffe setzen dem größten deutschen Baustoffkonzern Heidelberg Cement spürbar zu. Trotz einer Umsatzsteigerung ging der Gewinn des Konzerns zurück.
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StuttgartDie Preisschübe bei Energie und Rohstoffen setzen dem größten deutschen Baustoffkonzern Heidelberg Cement spürbar zu. Obwohl der Umsatz mit Zement, Beton und Kies im dritten Quartal deutlich zulegte, schrumpfte der Konzernüberschuss nach Anteilen Dritter binnen Jahresfrist um knapp 17 Prozent auf 268 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Heidelberg mitteilte. „Die erfreuliche Zunahme der Absatzzahlen konnte aufgrund deutlich gestiegener Energie- und Rohstoffkosten seit Jahresbeginn und trotz der bisher durchgeführten Preiserhöhungen nicht in ein höheres operatives Ergebnis umgesetzt werden“, räumte der Vorstand ein.

Die eingeschlagene Strategie von Heidelberg-Cement-Chef Bernd Scheifele verpuffte damit weitgehend. Wegen der Kosteninflation kündigte er weitere Preiserhöhungen auch für das kommende Jahr an und setzt gleichzeitig darauf, dass die Einkaufskosten ihren Höhepunkt überschritten haben und der Sparkurs des Konzerns greift. Der Vorstand habe unverändert das Ziel, den Umsatz und das operative Ergebnis im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr zu steigern.

Nach neun Monaten liegt Heidelberg Cement mit einem operativen Ergebnis von 1,06 Milliarden Euro knapp über dem Vorjahreswert von 1,05 Milliarden Euro. Der Umsatz eilt hingegen mit 9,6 Milliarden Euro in den Monaten Januar bis September dem Vorjahr mit 8,9 Milliarden Euro weit voraus. Denn auch in den Sommermonaten brummte der Verkauf von Zement und Beton.

In den Monaten Juli bis September kletterten die Erlöse dank anhaltenden Wachstums in der Region Asien-Pazifik und Afrika sowie besser laufender Märkte in Nordamerika und Europa um 6,6 Prozent auf 3,62 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis des mit Lafarge , Holcim und Cemex konkurrierenden Konzerns sank im dritten Quartal um knapp zwei Prozent auf 562 Millionen Euro. Höhere Steuern und die Kosten für einen Stellenabbau in Großbritannien drückten zusätzlich auf den Gewinn.

Daher kam der noch mit rund 8,5 Milliarden Euro in der Kreide stehende Konzern auch beim Schuldenabbau im Sommerquartal nicht so schnell voran wie erhofft. Heidelberg Cement plane einen Abbau der Nettoverschuldung zum Jahresende, versicherte der Vorstand. Eine Rezession sei weder in Europa noch in Nordamerika zu erwarten, die Schuldenkrise in den USA und Europa dämpfe aber die Geschäftserwartungen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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