Trotz Umsatzrückgang
BMW fährt 2008 schwarze Zahlen ein

Trotz eines Umsatzrückgangs hat der Autobauer BMW 2008 einen Gewinn erzielt. Das Konzernergebnis vor Steuern falle "deutlich positiv" aus, teilten die Münchner am Freitag mit. Genaue Zahlen sollen am 18. März bekanntgeben werden. Die Börse honorierte die Nachricht mit einem Kurssprung.

HB MÜNCHEN. Der Umsatz ging im vergangenen Jahr wegen der weltweiten Autokrise um fünf Prozent auf 53,2 Mrd. Euro zurück und lag damit im Rahmen von Analystenerwartungen. In der Kernsparte Automobile betrug das Minus allerdings gut neun Prozent.

BMW hatte im vergangenen Jahr seine Gewinnziele erst nach unten korrigiert und schließlich ganz über den Haufen geworfen. Auch ein Verlust wurde nicht ausgeschlossen. Deswegen wurden die Aussagen zu dem Ergebnisplus 2008 am Aktienmarkt mit Kursgewinnen belohnt: Die Aktien waren einer der stärksten Werte im Dax.

Händler und Analysten verwiesen einhellig auf die viel versprechenden Äußerungen des Autobauers zum Konzernergebnis des abgelaufenen Gesamtjahrs. Dies lasse die anhaltende Absatzschwäche in den Hintergrund treten. "Die Aussagen, dass der Konzern einen klaren Gewinn eingefahren hat, sind ein klarer Unterschied zu Toyota, wo wir Gegenteiliges gehört haben", sagte UniCredit-Analyst Georg Stürzer. Die vorläufigen Zahlen sähen sehr solide aus und der Umsatz im vierten Quartal sei besser ausgefallen als vom Markt befürchtet worden sei.

Christoph Stürmer, Analyst beim Marktforschungsinstitut Global Insight, zeigte sich von den angekündigten schwarzen Zahlen bei BMW nicht überrascht. "Diese sind ein Erfolg der sehr harten Steuerung, die BMW als Reaktion auf die Absatzrückgänge vorgenommen hat", sagte er Handelsblatt.com. Dass der Autobauer rasch und deutlich die Produktion gekürzt sowie etwa bei Leasing und Finanzierung auf die Bremse getreten sei, habe sich ausgezahlt. "Die Nachricht von BMW rückt vor allem das Bild der Katastrophe zurecht, das sich weite Teile der Öffentlichkeit in der vergangenen Zeit von der Automobilbranche gemacht haben." Und: "BMW ist eine Erinnerung daran, dass Unternehmen unterschiedlich gut geführt und daher auch unterschiedlich anfällig für Krisen sind." BMW sei ein stabiles Unternehmen, insofern seien die schwarzen Zahlen keine Überraschung.

Und auch wenn der Automobilhersteller die Schätzungen von Merck Finck-Analyst Robert Heberger verfehlt haben mag, wichtiger stufte der Experte das vom Unternehmen avisierte "deutlich positive Konzernergebnis" ein. Dies könnte im Einklang mit dem von ihm erwarteten Nettoergebnis von leicht unter einer Milliarde liegen. Entscheidend, so ein Händler, sei einfach, dass das Unternehmen von einem klar positiven Ergebnis gesprochen habe. Damit seien alle Gerüchte um eine Gewinnwarnung vom Tisch.

Was den Ausblick fürs laufende Jahr angeht, so rechnen Experten damit, dass dieses nicht so schlecht wird wie vielfach befürchtet. Dem Handesblatt sagte Analyst Georg Stürzer von der Hypovereinsbank: "Im ersten Quartal wird BMW wie Mercedes wohl rote Zahlen schreiben, im zweiten Halbjahr rechne ich mit einer Erholung". Hinzu komme, dass sich der US-Markt schneller und früher erholen werde. "Das wird wird BMW 2009 sehr helfen", sagte Stürzer.

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