Trotz Umsatzrückgang
Osram macht überraschend viel Gewinn

Trotz eines leichten Umsatzrückgangs hat Osram mehr Überschuss erwirtschaftet als erwartet. Der Leuchtmittelhersteller hatte zuvor tausende Stellen abgebaut und so mehrere Millionen eingespart.
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MünchenDer Leuchtmittelhersteller Osram steckt den Preisverfall bei Leuchtdioden durch Einsparungen weg. Trotz eines leichten Umsatzrückgangs um zwei Prozent auf 1,33 Milliarden Euro blieb der Gewinn im abgelaufenen Quartal binnen Jahresfrist bei 68 Millionen Euro stabil, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Dank Einsparungen von gut 100 Millionen Euro verdaute die einstige Siemens-Tochter den anhaltenden Preisdruck, Millionenkosten eines Rechtsstreits und negative Währungseffekte. Vorstandschef Wolfgang Dehen treibt zugleich den Stellenabbau zügig voran. Von 8700 Stellen, die bis Herbst 2015 seinen Plänen zum Opfer fallen sollen, sind bereits 7200 weggefallen, wie er in einer Telefonkonferenz sagte.

An der Börse setzte sich der monatelange Steigflug der Osram-Aktie fort. Die Papiere legten knapp sechs Prozent zu und waren damit größter Gewinner im MDax. Die Analysten von Morgan Stanley lobten die Zahlen als solide, auch wenn sich der Umsatz nicht berauschend entwickelt habe und hinter dem Trend bei Konkurrenten wie Philips bleibe. Die Kursentwicklung von Osram gibt den Experten Rätsel auf. „Wir versuchen immer noch zu verstehen, wo dieser kräftige Bewertungsaufschlag herrührt“, erklärten sie. Seit der Erstnotiz im vergangenen Sommer hat sich der Preis der Osram-Titel verdoppelt.

Vorstandschef Wolfgang Dehen verwies vor allem auf den laufenden Konzernumbau. Durch die Einsparung von bisher insgesamt rund 540 Millionen Euro sei die operative Rendite (Ebita) zuletzt erstmals seit zwei Jahren wieder über die Zielmarke von acht Prozent gesprungen.

Für das laufende Geschäftsjahr (zum Ende September) bekräftigte die frühere Siemens -Tochter ihren Ausblick. Der Gewinn soll bei einem leichten Umsatzplus stark steigen. Vom Überschuss sollen dann die Aktionäre wie geplant 30 bis 50 Prozent als Dividende abbekommen.

Der Preisverfall im zukunftsträchtigen Geschäft mit Leuchtdioden habe Osram derzeit im Griff, erklärte Finanzvorstand Klaus Patzak. Der Umsatz mit LED-Komponenten und -Lampen wachse weiter stark und mache mittlerweile ein Drittel der gesamten Osram-Einnahmen aus. „Dies zeigt, dass wir den Übergang ins digitale Lichtzeitalter vorantreiben“, sagte Dehen in einer Telefonkonferenz.

Osram fertigt inzwischen weiße, rote und gelbe Leuchtdioden auf Trägerscheiben mit sechs statt bisher vier Zoll Durchmesser. „So verdoppeln wir etwa die Zahl der LED pro Scheibe“, erklärte Spartenchef Aldo Kamper im Reuters-Gespräch. „Über diesen Schritt sind ganz ordentliche Kosteneinsparungen und gleichzeitig Kapazitätsausweitungen zu erreichen“, sagte er. „Der Kosteneffekt liegt beim Chip im zweistelligen Prozentbereich, die Kapitalersparnis liegt im Millionenbereich.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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