Trotzdem Gewinn angepeilt
Daimler macht sich auf Lkw-Crash in den USA gefasst

Obwohl die Last-Sparte des Autokonzerns Daimler-Chrysler damit rechnet, dass die Verkäufe in den USA im laufenden Jahr einbrechen werden, ist von Panik nichts zu spüren. Ganz im Gegenteil: Es fällt sogar weiterhin das Wort „Rekord“.

HB STUTTGART. Zwar werde der Rekordgewinn des vergangenen Jahres von 2 Mrd. auf Grund des schwächeren US-Marktes nicht wieder erreicht, sagte Lkw-Chef Andreas Renschler am Freitag in Stuttgart. „Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen wird positiv sein, auch in den USA“, sagte Renschler. „Wir werden die internen Verzinsungsansprüche erreichen.“ Als Ziel gilt eine Verzinsung von 11 Prozent auf das Nettovermögen (Return on Net Assets).

Die US-Lkw-Markengruppe Freightliner werde 2007 trotz eines befürchteten Absatzrückgangs um bis zu 40 Prozent operativ Gewinn schreiben und das drittbeste Ergebnis nach 2005 und 2006 abliefern, sagte Renschler. Bis zu 4 000 Stellen werden in den USA gestrichen, um die Absatzdelle aufzufangen.

In Europa werde der Lkw-Markt in diesem Jahr stabil bleiben und sich damit etwas besser entwickeln als angenommen, stellte Daimler-Chrysler-Vorstandsmitglied Renschler in Aussicht. Grund für die optimistischere Einschätzung des europäischen Nutzfahrzeugmarkts sei die positive Entwicklung der Auftragseingänge und das weiterhin hohe Transportvolumen auf den europäischen Straßen. Das größte Lkw-Werk Wörth bei Karlsruhe arbeitet an der Kapazitätsgrenze: Dort wurden 2006 rund 102 000 Lastwagen gebaut.

Einstieg bei chinesischen Lkw-Bauer

Für die Beteiligung am chinesischen Hersteller Foton rechnet Daimler-Chrysler bis Jahresende mit einem positiven Bescheid der chinesischen Regierung. Auf diesem Markt müsse man Geduld haben, sagte Renschler. Daimler-Chrysler hatte Ende November für 79 Mill. Euro 24 Prozent an Foton gekauft. In dem schnell wachsenden chinesischen Markt bietet Daimler-Chrysler Pkw, Minivans und Busse an.

Mit einem Absatz von knapp 537 000 Lkw und einem Umsatz von rund 32 Mrd. Euro ist Daimler-Chrysler der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller. Vom Jahr 2008 an will der Weltmarktführer im zyklischen Lkw-Geschäft eine Umsatzrendite von durchschnittlich mehr als 7 Prozent erreichen. Im Jahr 2006 lag diese Renditekennziffer beim Rekordwert von 6,3 Prozent. Weitere Zuwächse bei den Rentabilität erhofft sich Daimler-Chrysler aus der verstärkten Zusammenarbeit der US-Markengruppe Freightliner, der Lkw-Marke Mercedes-Benz und der japanischen Lkw-Gruppe Fuso.

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