Trotzdem Werksschließung: Continental erzielt 2005 Rekordgewinn

Trotzdem Werksschließung
Continental erzielt 2005 Rekordgewinn

Der Autozulieferer Continental hat 2005 trotz der lahmenden Autokonjunktur und hoher Rohstoffpreise einen Rekordgewinn erwirtschaft. Im laufenden Jahr will der Konzern die Werte sogar noch übertreffen. Die Mitarbeiter des Hannoveraner Reifenwerks können sich nur bedingt darüber freuen.

HB FRANKFURT. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei im vergangenen Jahr um 30,2 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro gestiegen, teilte Continental in Frankfurt mit. Der Umsatz kletterte um 9,8 Prozent auf 13,8 Mrd. Euro. Dazu trug auch der übernommene Hamburger Zulieferer Phoenix bei. Die Kennzahlen lagen im Rahmen der Erwartungen von Analysten. Der Anstieg beim Überschuss von 739 auf 952,2 Mill. Euro fiel dagegen geringer aus als von Branchenexperten vorausgesagt. Die Aktionäre sollen mit einer um 25 Prozent auf einen Euro erhöhten Dividende am Geschäftserfolg beteiligt werden.

Das Ergebnis im Schlussquartal 2005 lag allerdings unter den Markterwartungen. Das Ebit belief sich auf 371,1 nach 316,3 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum, während von Branchenexperten im Schnitt mit 390 Mill. Euro gerechnet hatten.

Der Konzern profitierte im Gesamtjahr vor allem von seinem Geschäft mit elektronischen Brems- und Stabilitätssystemen – bekannt als ESP –, die zunehmend serienmäßig in neuen Fahrzeugen installiert werden. Conti ist hier einer der großen Anbieter auf der Welt.



„Wir haben unsere erneut ehrgeizigen Saisonziele übertroffen – und dies trotz weiter eher verhaltender Konjunktur der Automobil- und der Automobilzuliefererindustrie und deutlich gestiegener Rohstoffpreise“, erklärte Konzernchef Manfred Wennemer. Dazu hätten alle Sparten beigetragen inklusive der in die Schalgzeilen geratenen Reifenproduktion. Am Dienstag hatten sich Conti-Vorstand und Arbeitnehmervertreter darauf geeinigt, dass die Pkw-Reifenproduktion in Hannover-Stöcken bis Ende 2007 stillgelegt wird. Dabei soll es allerdings keine betriebsbedingte Kündigungen geben. 320 Mitarbeiter sind betroffen.

Für 2006 peilt Conti neue Spitzenwerte bei Umsatz und Ergebnis an und will sich weiter verstärken. 2006 werde das Thema Akquisitionen „weiter ganz oben“ auf der Agenda stehen, sagte Conti-Vorstandschef Wennemer. Continental wolle in dem bereits voll entbrannten weltweiten Konsolidierungsprozess in der Branche zu den Gewinnern gehören. Dabei gehe es nicht um „Gewinnmaximierung um jeden Preis“, sondern darum, mit einer „gesunden finanziellen Basis“ heute die Grundlagen für den Erfolg von morgen zu legen.

Wennemer sagte aber auch, dass er von weiter steigenden Rohstoffpreisen ausgehe, die zu einer ähnlich hohen Ergebnisbelastung wie 2005 mit 211 Mill. Euro führen würden.

Der Conti-Aktienkurs lag am Vormittag 1,8 Prozent im Plus, nachdem er zum Handelsbeginn noch um 4 Prozent nach unten gerutscht war.

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