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28.03.2006 
Nutzfahrzeugabsatz bei Daimler-Chrysler

Trucks treiben die Gewinne

von Jens Eckhardt

Wird 2006 für Daimler-Chrysler ein weiteres Rekordjahr bei Lastwagen, Bussen, Kleintransportern und Chassis? Andreas Renschler, Konzernvorstand für Nutzfahrzeuge, hält sich bedeckt: „Ich rechne mit einem stabilen Geschäft in diesem Jahr“, sagt er am Rande der 35. Mid-America Trucking Show dem Handelsblatt.

LOUISVILLE. Dabei deutet alles darauf hin, dass zumindest auf dem nordamerikanischen Markt die Rekordergebnisse von 2005 noch übertroffen werden. Das stark zyklische Nutzfahrzeuggeschäft könnte damit in diesem Jahr wieder die stärkste Ertragssäule im Konzern werden.

Gesprächsthema Nr. 1 auf der weltgrößten LKW-Messe in Louisville, Kentucky, waren in diesem Jahr allerdings Befürchtungen über die Marktentwicklung im kommenden Jahr. 2007 treten in den USA neue Abgasgesetze für Dieselmotoren in Kraft, die eine Senkung der Stickoxid-Emissionen um über die Hälfte und der Rußpartikel um 90 Prozent vorschreiben. 2010 werden diese Vorschriften noch einmal verschärft.

Bereits ab dem kommenden Jahr können die gesetzlichen Werte nur mit neuen Motoren erfüllt werden. Flottenbetreiber und Selbstfahrer bestellen deshalb häufig in diesem Jahr, in der Hoffnung, mit diesen Fahrzeugen die Zeit bis zur nächsten Motorengeneration 2010 zu überbrücken. Laut der Marktforschung ACT Research Co. wurden im Januar bei US-Herstellern 44 000 Schwerlaster der Klasse 8 (über 15 t Gesamtgewicht) bestellt, mit Abstand ein Monatsrekord. Die Kehrseite der Medaille sind Befürchtungen, dass dem Boom ab Januar 2007 ein scharfer Absatzeinbruch folgen könnte.

Sowohl Renschler als auch Chris Patterson, Chef von Freightliner, der US-Nutzfahrzeugtochter des Daimler-Konzerns, wiegeln ab. Im Gegensatz zum letzten Boom Ende der 90er Jahre, dem 2001 bis 2003 eine tiefe Flaute folgte, hätten die US-Lastwagenhersteller diesmal keine Überkapazitäten aufgebaut. „Wir haben Disziplin bewahrt und unsere Fertigung flexibler gemacht. Deshalb sind wir jetzt auf Marktzyklen viel besser eingestellt“, sagt Patterson.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Neue Motoren kosten mehr Geld

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