Tucher Bräu aus Nürnberg übernommen
Brau und Brunnen kauft in Bayern ein

Der zum Verkauf stehende Getränkekonzern Brau und Brunnen geht weiter auf Einkaufstour, um seine Attraktivität für potenzielle Investoren zu steigern. Die Dortmunder übernehmen die Tucher Bräu aus Nürnberg mit Marken wie Tucher, Patrizier und Hasenbräu. Die Verträge seien am Dienstagabend unterzeichnet worden, teilte Brau und Brunnen mit.

HB/dpa DORTMUND. Über den Preis sei Stillschweigen vereinbart worden. Zugleich gab Brau und Brunnen den Schließungsbeschluss für die Oderland-Brauerei in Frankfurt (Oder) bekannt. Grund seien Rückschläge durch das Dosenpfand.

Die Tucher GmbH solle vorbehaltlich der Zustimmung des Bundeskartellamts mit allen Tochtergesellschaften rückwirkend zum 1. Januar 2003 übernommen werden, hieß es weiter. Zu dem Unternehmen gehört auch der Abfüller AfG (Pepsi, Libella). Dem Fachblatt „Inside“ zufolge kommt Tucher zusammen mit alkoholfreien Getränken auf eine Produktion von 1,7 Mill. Hektolitern.

Die Hypo-Vereinsbank, die derzeit noch 55 % an Brau und Brunnen hält, will ihren Anteil verkaufen. Am Dienstag hatte auch der Lebensmittelriese Oetker Interesse angemeldet. Zu ihm gehört bereits die Brautochter Radeberger, die Nummer drei unter den Brauereien in Deutschland. Brau und Brunnen war bereits vor der Tucher-Übernahme die Nummer vier. Am Mittwoch treffen sich die Aktionäre von Brau und Brunnen zur Hauptversammlung in Berlin. Dort werden weitere Informationen erwartet.

Für die Oderland-Brauerei mit 180 Mitarbeitern gebe es trotz des Schließungsbeschlusses noch Hoffnung, sagte Konzernsprecher Udo Dewies der dpa am Dienstagabend. „Es gibt einen Schließungsbeschluss des Aufsichtsrates, das bedeutet aber nicht, dass die Brauerei tatsächlich geschlossen werden muss.“ Nun werde intensiv nach einem Investor gesucht, der die Brauerei weiterführen könnte.

Dewies verwies aber auf das Beispiel der Iserlohner Brauerei aus dem Sauerland, für die es ebenfalls einen Schließungsbeschluss gegeben hatte, deren Betrieb aber fortgesetzt werden konnte, weil sich ein Investor fand.

Brau und Brunnen habe seit der vergangenen Woche bereits zwei Interessenten für Oderland, sagte der Sprecher. Als denkbare Lösung wäre auch die Übergabe der Brauerei an die Mitarbeiter erwogen. Kommt keine Rettung zu Stande, würde die Brauerei voraussichtlich zum Jahresende schließen. Mitarbeitern, für die keine Lösungen wie ein Ruhestand gefunden würden, drohe dann die Arbeitslosigkeit. Auch die Oderland-Marke „Frankfurter Pils“ würde in diesem Fall verschwinden.

Der Beschluss zur Schließung sei nach Umsatzeinbrüchen infolge des Dosenpfands unausweichlich geworden, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. Die Brauerei habe den größten Teil ihres Absatzes mit Dosen erwirtschaftet und sei bereits vorher auf hohe Zuschüsse des Mutterkonzerns angewiesen gewesen. Seit Jahresbeginn 2003 sei der Absatz um mehr als 50 % gefallen.

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