Türschloss-Hersteller
Kiekert bekommt neue Eigentümer

Sechs Jahre nach der Übernahme durch den Finanzinvestor Permira steht der Autozulieferer Kiekert vor einem erneuten Eigentümerwechsel.

HB FRANKFURT. „Es wird in Kürze zu einer Entscheidung kommen“, sagte eine Firmensprecherin der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Wer neuer Eigentümer des Unternehmens aus dem westfälischen Heiligenhaus werde, wolle Kiekert aber erst nach einer formalen Einigung mitteilen.

Die „Financial Times Deutschland“ (FTD) berichtete in ihrer Montagausgabe unter Berufung auf Finanzkreise, die Deutsche Bank und der Hedge-Fonds Silver Point wollten zusammen rund 40 Prozent an dem Autozulieferer übernehmen. Die übrigen rund 60 Prozent sollten zusammen an die Investmentbank Morgan Stanley und den Vermögensverwalter Bluebay Asset Management gehen. Die vier Unternehmen hätten sich mit Permira darauf geeinigt, die ausstehenden Schulden in Eigenkapital umzuwandeln und Kiekert auf diesem Weg vollständig zu kontrollieren. Um die angeschlagene Firma zu stabilisieren, soll dem Bericht zufolge das Kapital um rund 20 Mill. Euro erhöht werden.

Permira war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Der Finanzinvestor verhandelt seit Monaten über seinen Ausstieg. Der Türschloss-Hersteller Kiekert, der seinen Weltmarktanteil auf 20 Prozent beziffert, war in Schwierigkeiten beim Schuldendienst geraten. Kiekert-Vorstand Wolfgang Theis sagte der Zeitung: „Die beteiligten Banken haben eine wirtschaftliche Einigung erzielt. Die wichtigsten Eckpunkte der Restrukturierung unserer Finanzierung sind geklärt.“ Kiekert beschäftigt insgesamt 4000 Menschen, davon 1600 in Deutschland.

Als Ursache für die zwischenzeitlichen Finanzprobleme nannte die Firmensprecherin die vorübergehende Abwanderung von Ford als wichtigem Kunden. Darauf sei der Umsatz von rund 680 Mill. Euro im Jahr 2001 auf 460 Mill. Euro im Jahr 2005 zurückgegangen. Sie widersprach damit der Darstellung der „FTD“, wonach die Finanzschwierigkeiten bei Kiekert daher rührten, dass Permira dem Unternehmen nach dem Kauf zu hohe Schulden aufgebürdet habe. Inzwischen sei der Autohersteller wieder Kunde von Kiekert. „Kiekert operiert profitabel“, erklärte die Sprecherin.

Permira hatte den damaligen MDax-Wert Kiekert im Jahr 2000 für 530 Mill. Euro gekauft und 2003 von der Börse genommen. Die neuen Eigentümer wollen dem Zeitungsbericht zufolge den Autozulieferer drei Jahre lang behalten und dann verkaufen. Ob dann eine Rückkehr an die Börse möglich sei, wollte die Firmensprecherin nicht kommentieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%